KREIS LÖRRACH

Weil am Rhein: Bürger wünschen sich mehr Bäume und Schatten

Mehr Bäume an Straßen, Schatten an Bushaltestellen und kühlere Spielplätze: Das sind zentrale Wünsche der Menschen in Weil am Rhein für den Umgang mit zunehmender Hitze. Bei einer Online-Befragung der Stadt haben sich fast 300 Personen zur Klimaanpassung geäußert. Ihre Vorschläge sollen nun in ein Konzept einfließen, das noch in diesem Jahr fertig werden soll.

Dabei geht es nicht nur um heiße Sommertage. Auch Starkregen und längere Trockenperioden spielen bei der Planung eine Rolle.

Mehr Schatten an Haltestellen und auf Spielplätzen

Besonders häufig wünschen sich die Teilnehmenden mehr Grün und schattenspendende Bäume im Stadtgebiet.

Im Mittelpunkt stehen Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten: stark genutzte Straßen, Sitzbänke und Haltestellen.

Ein konkreter Vorschlag ist, versiegelte Parkplatzflächen teilweise aufzubrechen und dort Bäume zu pflanzen. Dadurch könnten zusätzliche Grünflächen entstehen.

Auch die Situation von Kindern beschäftigt viele Menschen. Gewünscht werden mehr schattige Bereiche auf Spielplätzen. Zudem äußerten Teilnehmende Sorgen über hohe Temperaturen in Schulen und Kindertagesstätten.

Bürger melden Problemstellen bei Starkregen

Neben der Sommerhitze ist der Schutz vor Starkregen ein weiteres wichtiges Thema.

Nach Angaben von Klimaanpassungsmanager Thomas Knuf gingen bei der Befragung zahlreiche Hinweise auf Stellen ein, an denen starke Regenfälle Probleme verursachen können.

Als mögliche Lösung wurden unter anderem mehr naturnahe Versickerungsflächen vorgeschlagen. Dort könnte Regenwasser im Boden versickern, statt vollständig in die Kanalisation zu fließen.

Das könnte die Kanalisation bei Starkregen entlasten.

Welche konkreten Maßnahmen die Stadt tatsächlich umsetzen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Stadt diskutiert Maßnahmen und Finanzierung

Die Online-Befragung endete Ende September. Anfang Oktober folgte ein Workshop, bei dem die Ergebnisse und mögliche Maßnahmen besprochen wurden.

Daran nahmen Vertreter der Stadtverwaltung und des Gemeinderats sowie weitere Beteiligte teil. Vertreten waren unter anderem das Trinationale Umweltzentrum (TRUZ), die Landwirtschaft, die IG Velo und die Wohnungslosenhilfe Lörrach.

Das beauftragte Planungsbüro berchtold&krass stellte zunächst seine Analyse dazu vor, wie stark Weil am Rhein von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Anschließend wurden die Ergebnisse der Bürgerbefragung besprochen.

In kleineren Arbeitsgruppen ging es darum, welche Maßnahmen besonders dringend sind und wo die Stadt zuerst handeln sollte.

Ein wichtiges Thema war auch die Finanzierung. Angesichts der angespannten Haushaltslage wurde darüber diskutiert, wie sich notwendige Maßnahmen trotzdem voranbringen lassen.

Klimaanpassungskonzept soll 2026 fertig werden

Die Stadtverwaltung und das Planungsbüro werten die Ergebnisse nun gemeinsam aus. Sie sollen in das Klimaanpassungskonzept aufgenommen werden, das nach Angaben der Stadt noch 2026 fertiggestellt werden soll.

Klimaanpassungsmanager Thomas Knuf verweist darauf, dass bereits verschiedene Maßnahmen angestoßen worden seien. Gleichzeitig hätten die Erfahrungen aus dem Hitzesommer gezeigt, dass weiterer Handlungsbedarf bestehe.

Das Konzept soll helfen, die Stadt langfristig besser auf Hitze, Trockenheit und Starkregen vorzubereiten.

Noch ist offen, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, wann die Arbeiten beginnen könnten und welche Kosten dafür entstehen würden.

Bild: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Schiessl

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