Wie stark Rehe, Rothirsche und Gämsen die Entwicklung klimafester Wälder beeinflussen, haben rund 60 Fachleute aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Südschwarzwald diskutiert. Bei einer Tagung in den Gemeindewäldern von Schopfheim-Gersbach, Fröhnd und Utzenfeld stand vor allem die Regulierung der Wildbestände im Mittelpunkt.
Die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Baden-Württemberg (ANW) vertritt die Auffassung, dass eine intensive, am Wald ausgerichtete Jagd entscheidend für die natürliche Entwicklung gemischter Wälder ist. Die Jahrestagung fand am 1. und 2. Oktober erstmals im Dreiländereck statt.
Nach Darstellung der ANW können hohe Wildbestände dazu führen, dass junge Bäume stark verbissen werden. Betroffen seien insbesondere seltenere Mischbaumarten, die angesichts des Klimawandels eine größere Bedeutung bekommen könnten. Dadurch könne die natürliche Verjüngung vielfältiger Mischwälder erschwert werden.
Beispiele aus Gersbach und Fröhnd
Als Beispiele dienten die Gemeindewälder in Gersbach und Fröhnd. Dort wird die Jagd nach Angaben der ANW an den Anforderungen der natürlichen Waldentwicklung ausgerichtet. Bei der Tagung zeigten Forstleute Flächen, auf denen sich unterschiedliche Baumarten unter älteren Bäumen natürlich verjüngen.
Diskutiert wurde außerdem die sogenannte Dauerwaldwirtschaft. Dabei wird auf Kahlschläge verzichtet und ein Wald mit verschiedenen Baumarten, Altersstufen und Strukturen angestrebt.
Weitere Themen waren Habitatbäume, zusätzliches Totholz, die Gestaltung von Waldrändern sowie der Umbau standortsfremder Fichtenbestände entlang von Bächen. Solche Maßnahmen sollen die Artenvielfalt erhöhen und Wälder widerstandsfähiger gegen klimatische Veränderungen machen.
Die Aussagen zur Bedeutung der Jagd und zu den Auswirkungen auf die Waldentwicklung stammen von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft und geben die fachliche Position des Verbandes wieder.
Bild: Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, Landesgruppe Baden-Württemberg

