Welche Verantwortung tragen Menschen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Drohnen in militärischen Konflikten? Rund 100 Menschen haben darüber an der Hochschule Offenburg mit der Europaabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann, dem Sozial- und Technikethiker Gerhard Schreiber sowie dem Drohnenexperten Tobias Kreilos diskutiert.
Der Abend stand unter der Frage „Wer kontrolliert den Krieg von morgen?“. Im Mittelpunkt standen Drohnen, KI und hybride Bedrohungen sowie die Frage, wie technische Entwicklung, Sicherheit und ethische Verantwortung miteinander verbunden werden können.
Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament, erklärte laut Hochschule, dass die Frage nach der Kontrolle künftiger Kriegsführung inzwischen äußerst komplex sei. Dass sie den Ausschuss aktuell leitet, bestätigen Unterlagen des Europäischen Parlaments.
Sie betonte bei der Veranstaltung die Bedeutung von Information und Bildung, damit Menschen Manipulationen erkennen könnten. Der Theologe Gerhard Schreiber vertrat die Position, dass sich die technische Entwicklung nicht zurückdrehen lasse. Deshalb müsse es bei Entwicklung, Erprobung und Beschaffung eine ethische Prüfung geben. Verantwortung lasse sich im Gegensatz zu Aufgaben nicht automatisieren.
Tobias Kreilos vom Institute for Unmanned Aerial Systems der Hochschule Offenburg erläuterte die technische Seite. Nach seiner Darstellung lassen sich zivile und militärische Anwendungen von Drohnentechnik heute kaum noch voneinander trennen. Als Gründe nannte er unter anderem geringe Kosten und öffentlich zugängliche Hard- und Software.
Auch die Hochschule selbst sieht eine Verantwortung bei der Entwicklung solcher Technologien. Rektor Stephan Trahasch erklärte, wer Algorithmen schreibe und autonome Systeme entwickle, müsse sich auch mit ethischen Fragen auseinandersetzen. Ethik sei deshalb Bestandteil der Lehre.
Zum Abschluss diskutierten die Teilnehmer unter anderem darüber, ob kostengünstige Drohnen Auswirkungen auf ethische Grenzen haben und welche Herausforderungen sich für Demokratien in Konflikten ergeben.
Die Veranstaltung wurde von der Evangelischen Akademie Baden in Kooperation mit dem Institute for Machine Learning and Analytics der Hochschule Offenburg durchgeführt.
Bild: Hochschule Offenburg

