(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: BreisgauLIVE-Recherche, Badenova, Badische Zeitung
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Die anhaltende Hitze bringt die Versorgung mit Trinkwasser im Hochschwarzwald zunehmend an ihre Grenzen. In mehreren Kommunen werden bereits Maßnahmen vorbereitet, um eine sichere Versorgung aufrechtzuerhalten. Im äußersten Notfall könnte Trinkwasser sogar per Tankwagen geliefert werden. Wie die Badische Zeitung zuerst berichtet hat, stehen die Gemeinden St. Peter, Oberried, Buchenbach und Kirchzarten bereits darüber im Austausch mit der Badenova.
Wie Badenova Netze gegenüber BreisgauLIVE in einem Telefoninterview erklärt, ist die Lage vor allem in den Höhenlagen des Schwarzwalds angespannt. Anders als viele Gemeinden in der Rheinebene beziehen zahlreiche Orte ihr Trinkwasser überwiegend aus Quellen.
„Sehr viele Kommunen im Hochschwarzwald sind auf Quellwasser angewiesen. Die Quellschüttungen sind wesentlich anfälliger für klimatische Einflüsse. Niederschlagsarme oder niederschlagsfreie Zeiten führen dort deutlich schneller zu Versorgungsstress als in Regionen, die sich aus Grundwasser versorgen“, sagt Simon Hermann von Badenova Netze.
Hoher Verbrauch trifft auf sinkende Quellschüttungen
Nach Angaben von Badenova Netze treffen derzeit zwei Entwicklungen zusammen: Der Wasserverbrauch erreicht durch die Hitze täglich Spitzenwerte, gleichzeitig liefern viele Quellen immer weniger Wasser.
„Der Tagesspitzenverbrauch bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau. In Verbindung mit sinkenden Quellschüttungen entsteht in einigen Kommunen eine Mangellage oder zumindest eine erhebliche Stresssituation“, erklärt Hermann.
Besonders betroffen seien einzelne Gemeinden im Hochschwarzwald und im Dreisamtal. Mehrere Kommunen hätten sich bereits an Badenova Netze gewandt.
„Mehrere Kommunen aus dem Dreisamtal haben sich bei uns gemeldet. Sie sind eigenständige Wasserversorger. Wir unterstützen sie als technischer Betriebsführer beziehungsweise organisatorisch und prüfen gemeinsam sinnvolle Maßnahmen.“
Tankwagen nur als absolute Notmaßnahme
Sollten die vorhandenen Wasservorräte nicht mehr ausreichen, könnte Trinkwasser aus anderen Versorgungssystemen angeliefert werden.
Geprüft werde derzeit der Einsatz eines lebensmittelgeeigneten Tankfahrzeugs mit rund 30.000 Litern Fassungsvermögen. Das Wasser könnte beispielsweise aus dem Versorgungssystem Freiburg entnommen und direkt in Hochbehälter der betroffenen Gemeinden eingespeist werden.
„Das ist eine absolute Notmaßnahme. Sie kommt nur dann zum Einsatz, wenn das Wasserdargebot nicht mehr ausreicht und die öffentliche Trinkwasserversorgung gefährdet ist“, betont Hermann.
Ziel sei ausdrücklich, die normale Trinkwasserversorgung über das bestehende Leitungsnetz aufrechtzuerhalten. Über den Einsatz entscheiden die jeweiligen Kommunen gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden.
Appell: Trinkwasser bewusst nutzen
Badenova Netze ruft die Bevölkerung dazu auf, besonders sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Die Verbrauchsdaten zeigten vor allem in den Abendstunden weiterhin sehr hohe Entnahmen.
„Wir erkennen deutliche Spitzen, die auf Gartenbewässerung, private Poolbefüllungen oder Autowäsche zurückzuführen sein können. Gerade in solchen Hitzeperioden sollte jeder sensibel mit dieser wertvollen Ressource umgehen.“
Nach Einschätzung von Badenova Netze ist bislang allerdings noch keine deutliche Veränderung im Verbrauchsverhalten zu erkennen.
Parallel arbeiten Kommunen und Wasserversorger langfristig daran, ihre Infrastruktur widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Dazu gehören zusätzliche Versorgungsleitungen, Ersatzsysteme und technische Ausbaumöglichkeiten.
Wassermangel ist regional unterschiedlich
Badenova Netze betont, dass es sich derzeit nicht um einen flächendeckenden Trinkwassermangel in Südbaden handelt. Während in der Rheinebene ausreichend Grundwasser zur Verfügung steht, geraten vor allem Kommunen im Hochschwarzwald und in anderen Höhenlagen unter Druck.
Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich deshalb eher um ein regionales Verteilungsproblem als um einen generellen Wassermangel. Die leistungsfähigen Grundwasservorkommen in der Rheinebene könnten bei Bedarf zusätzliche Wassermengen bereitstellen.
Sollte eine Versorgung per Tankwagen notwendig werden, würde das Trinkwasser nicht an zentrale Ausgabestellen verteilt. Stattdessen würde es direkt in die bestehenden Hochbehälter und Versorgungssysteme eingespeist. Für die Bürgerinnen und Bürger würde sich dadurch nichts ändern – das Trinkwasser käme weiterhin wie gewohnt aus dem Wasserhahn.
Welche Kommunen im Ernstfall zusätzlich auf diese Notfalllösung angewiesen sein könnten, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Neben den bereits bekannten Gemeinden hängt dies laut Badenova Netze von der weiteren Entwicklung der Hitzeperiode, ausbleibenden Niederschlägen und den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab.
Mit Blick auf die Zukunft sieht Badenova Netze vor allem Investitionen in eine klimaresistente Trinkwasserinfrastruktur und den Ausbau von Verbundsystemen als entscheidend an. Gleichzeitig appelliert das Unternehmen an die Bevölkerung, insbesondere während längerer Hitze- und Trockenperioden sparsam mit Trinkwasser umzugehen.







