(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Waldkirch (Vorlagen 2026/066, 2026/116, 2026/110)
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Weniger Geld für soziale Angebote und Vereine, eine geschlossene Skateanlage und möglicherweise zwei Spielplätze weniger: Wegen der angespannten Finanzlage muss der Gemeinderat von Waldkirch über weitere spürbare Einschnitte entscheiden.

Die Sparvorschläge stehen am Mittwoch, 29. Juli, ab 18 Uhr auf der Tagesordnung vom Gemeinderat. Die öffentliche Sitzung findet im Bürgersaal vom Rathaus Waldkirch statt.

Allein bei den Technischen Betrieben Waldkirch sieht die Verwaltung ab 2027 ein zusätzliches Einsparpotenzial von 120.500 Euro pro Jahr. Weitere Einsparungen von rund 155.600 Euro wurden laut Sitzungsvorlage bereits umgesetzt oder eingeleitet.

Skateanlage und Spielplätze betroffen

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört, die stark sanierungsbedürftige Skateanlage in Buchholz nicht wiederherzustellen. Dadurch sollen bei den Technischen Betrieben jährlich rund 5.000 Euro gespart werden. Zusätzlich würde die Stadt auf eine Investition von rund 30.000 Euro für die Halfpipe verzichten.

Auch bei den Spielplätzen soll gekürzt werden. Die Verwaltung schlägt vor, beispielsweise zwei Anlagen zu schließen oder teilweise zurückzubauen. Dadurch sollen abzüglich möglicher Rückbaukosten jährlich rund 20.000 Euro eingespart werden.

Beim Stadtbaumkonzept sollen Ersatzpflanzungen stärker auf besonders wichtige und klimarelevante Standorte konzentriert werden. Dafür setzt die Stadt ein jährliches Einsparpotenzial von 40.000 Euro an.

Hochbeete sollen ab 2027 nicht mehr vollständig von den Technischen Betrieben gepflegt werden. Stattdessen könnten Patenschaften aus der Bevölkerung gefördert werden. Erwartete Einsparung: 20.500 Euro.

Außerdem soll 2027 auf Blumenschmuck an den Rathäusern verzichtet werden. Weitere Einsparungen sollen durch organisatorische Verbesserungen entstehen.

Stadtpflege bereits eingeschränkt

Mehrere Sparmaßnahmen wurden bereits umgesetzt. Dazu gehören der Wegfall von der Sonntagsreinigung, weniger Gieß- und Düngearbeiten sowie eine eingeschränkte Bewässerung.

Auch beim Wochenmarkt wird gespart. Die Samstagsreinigung entfällt, während der Umgang mit den Stromkästen neu organisiert wird.

Die Reinigung vom stillgelegten Tretbecken am Stadtrain wurde beendet. Baumpflege soll, soweit möglich, verstärkt durch eigenes Personal erledigt werden. Ausmäharbeiten werden reduziert.

Abfalleimer sollen seltener geleert werden. Defekte oder weggefallene Behälter werden teilweise nicht mehr ersetzt. Außerdem werden saisonale Blumen sowie die Rosen- und Staudenpflege reduziert und durch pflegeärmere Dauerbepflanzungen ersetzt.

Deutliche Kürzungen bei Vereinszuschüssen

Auch Kürzungen bei Vereinen und sozialen Organisationen sollen einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. Für 2027 wurden Zuschüsse und städtische Leistungen von insgesamt 201.043,50 Euro beantragt oder bisher gewährt. Die Verwaltung schlägt nur noch 127.610 Euro vor. Das wären 73.433,50 Euro weniger.

Für 2028 sollen statt 161.043,50 Euro nur noch 77.610 Euro bereitgestellt werden.

Besonders stark betroffen wäre ein Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekt von der Wabe gGmbH im Mehrgenerationenhaus Rotes Haus. Der bisherige Zuschuss von 25.300 Euro soll auf 5.000 Euro sinken. Der Zuschuss für den Ausbildungslotsen an mehreren Schulen soll dagegen unverändert bleiben.

Der Sozialdienst katholischer Frauen soll für seine Sozial- und Lebensberatung künftig nur noch 10.000 statt 20.000 Euro erhalten.

Die Volkshochschule hatte für 2027 insgesamt 25.000 Euro und für 2028 insgesamt 48.000 Euro beantragt. Vorgeschlagen ist ein pauschaler Zuschuss von jeweils 15.000 Euro. Städtische Räume sollen weiterhin kostenlos genutzt werden können.

Keine Zuschüsse mehr für zwei Beratungsangebote

Die Außenstelle von der Jugend- und Drogenberatung „emma“ soll ihren jährlichen Zuschuss von 2.000 Euro vollständig verlieren. Als Alternative nennt die Verwaltung die Nutzung städtischer Räume.

Auch der jährliche Mietkostenzuschuss von 1.000 Euro für die Fachstelle Sucht vom Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation soll entfallen. Die Verwaltung verweist unter anderem auf Angebote am Hauptstandort in Emmendingen.

Beim Ortsverband von der Arbeiterwohlfahrt soll der jährliche Zuschuss von 5.000 Euro entfallen. Laut Vorlage hat der Verein selbst mitgeteilt, für 2027 darauf zu verzichten. Die Kostenübernahme für vier Stellplätze soll zudem auf zwei Stellplätze und damit von 960 auf 480 Euro halbiert werden.

Weitere Vereine sollen weniger erhalten

Der Zuschuss für das Georg-Scholz-Haus Kunstforum soll von beantragten 6.000 auf 3.000 Euro halbiert werden.

Der FC Waldkirch soll künftig 2.000 statt 4.000 Euro für die Reinigung von Umkleiden und Duschen erhalten. Beim FC Kollnau soll die Reinigung nicht mehr durch städtisches Personal erfolgen. Stattdessen ist ein Zuschuss von 2.000 Euro vorgesehen. Der FC Buchholz soll weiterhin 2.000 Euro erhalten.

Für das Kollnauer Fescht sollen die städtischen Leistungen von 15.000 auf 10.000 Euro sinken. Der Zuschuss für die Werbegemeinschaft Waldkirch soll von insgesamt 55.000 auf 45.000 Euro reduziert werden.

Der Mietkostenzuschuss für die Lagerung von Festhütten vom Stadtfestverein soll komplett wegfallen. Andere bereits beschlossene Zuschüsse für das Stadtfest sollen davon nicht betroffen sein.

Beim Caritasverein St. Vinzenz sollen die beantragten Zuschüsse für die Trauerarbeit und ein Wohnungsprojekt nur teilweise gekürzt werden. Das Seniorenwerk Waldkirch soll seinen jährlichen Zuschuss von 3.500 Euro behalten.

Die betroffenen Vereine und Organisationen wurden laut den Unterlagen vorab informiert und konnten Stellung nehmen. Sie bitten verständlicherweise darum, ihre Zuschüsse möglichst vollständig zu erhalten.

Stadt will 13 Mitgliedschaften beenden

Zusätzlich soll der Gemeinderat über den Austritt aus 13 Organisationen und Netzwerken entscheiden. Dazu zählen unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen, das Klima-Bündnis, die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing und die Vereinigung Cittaslow.

Auch die Mitgliedschaften beim Trinationalen Atomschutzverband, beim Schülerforschungszentrum Region Freiburg, beim Weißen Ring und bei Mayors for Peace sollen beendet werden.

Die Verwaltung weist bei mehreren Mitgliedschaften darauf hin, dass dadurch Beratungsangebote, Netzwerke oder fachliche Unterstützung verloren gehen könnten. Dennoch werden die Kündigungen wegen der schwierigen Haushaltslage empfohlen.

Über alle Sparvorschläge entscheidet der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung. Bis zum Beschluss handelt es sich um Empfehlungen von der Stadtverwaltung.

Bild: KI-generiert

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