(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Landratsamt Emmendingen (Beschlussvorlage 2026/232)
Du kannst News von BreisgauLIVE bei Google jetzt ganz oben sehen (klicke hier für die Einrichtung)
Auf Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie viele Busfahrgäste im Landkreis Emmendingen könnten Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr zukommen. Die Verwaltung vom Kreistag schlägt mehrere Sparmaßnahmen und Kürzungen bei einigen Buslinien vor, um die hohen Kosten für Bus- und Schülerverkehr zu senken.
Über die Vorschläge entscheidet der Kreistag am 20. Juli. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage. Der Landkreis bezuschusst den öffentlichen Nahverkehr und die Schülerbeförderung in diesem Jahr mit rund neun Millionen Euro.
Konkret schlägt die Verwaltung vor, die Vereinbarungen mit den Gemeinden über zusätzliche Abendfahrten auf sogenannten Erschließungslinien zum Dezember 2026 zu kündigen. Dadurch könnten rund 100.000 Euro pro Jahr eingespart werden. Betroffen wären nach derzeitigem Stand Verbindungen in Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Ob die Fahrten anschließend entfallen oder von den jeweiligen Kommunen finanziert werden, müsste neu verhandelt werden.
Außerdem soll der Schülerverkehr sowie der allgemeine Busverkehr überprüft und optimiert werden. Bereits für den Haushalt 2027 peilt die Kreisverwaltung Einsparungen von rund 200.000 Euro an. Grundlage für weitergehende Entscheidungen soll eine Verkehrserhebung im Jahr 2027 sein.
Deutlich größere Einsparungen wären zwar möglich, werden von der Verwaltung derzeit aber ausdrücklich nicht empfohlen. Würde der Busverkehr auf den wichtigsten Linien bereits um 22 Uhr enden, könnten zwar rund eine Million Euro jährlich eingespart werden. Gleichzeitig hätte das weitreichende Folgen für Pendler, Schichtarbeiter sowie Freizeit- und Kulturangebote. Nach 22 Uhr wären viele Gemeinden ohne Bahnanschluss nicht mehr an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Auch Theater- oder Kinobesuche mit Bus und Bahn wären kaum noch möglich. Zusätzlich müsste der Landkreis Fördergelder in Höhe von 1,8 Millionen Euro zurückzahlen.
Ebenfalls geprüft wurde die Streichung von Verdichterlinien und Expressbusverbindungen. Dazu zählen unter anderem die Expressbuslinien X2 zwischen Waldkirch und Freiburg sowie X4 zwischen Emmendingen und Freiburg, der Halbstundentakt zwischen Emmendingen und Waldkirch sowie zusätzliche Fahrten auf mehreren weiteren Linien. Zwar ließen sich dadurch bis zu 1,5 Millionen Euro sparen, die Verwaltung warnt jedoch vor erheblichen Nachteilen für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte im Schichtdienst.
Auch eine Umstellung einzelner Ortsteilverbindungen auf Anrufsammeltaxis wurde untersucht. Nach Angaben der Kreisverwaltung bringt diese Variante jedoch keine nennenswerten Einsparungen, weil die Abendbusse bereits heute gut ausgelastet sind.
Nicht empfohlen wird derzeit außerdem die Einführung eines sogenannten Mobilitätspasses. Dabei müssten alle Einwohner oder Fahrzeughalter einen monatlichen Beitrag zahlen – unabhängig davon, ob sie Bus und Bahn nutzen. Die Verwaltung schätzt mögliche Mehreinnahmen zwar auf bis zu sechs Millionen Euro jährlich, verweist aber auf einen hohen Verwaltungsaufwand und erhebliche rechtliche Unsicherheiten. Bislang hat kein Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg ein solches Modell eingeführt.
Die Kreisverwaltung spricht sich deshalb zunächst für vergleichsweise moderate Einsparungen aus und will größere Änderungen erst nach der geplanten Verkehrserhebung im Jahr 2027 prüfen.






