(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Breisach am Rhein (Drucksache VL-70/2026)
Breisach steht vor einem der größten Energieprojekte seiner Geschichte. Am Spitalhof soll ein Energiepark mit großflächigen Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und möglicherweise sogar einem Rechenzentrum entstehen.
Über die Grundsatzentscheidung berät der Gemeinderat am 23. Juni. Das Projekt könnte einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten und gleichzeitig neue Einnahmequellen für die Stadt erschließen.
Geplant ist eine Kombination aus klassischer Freiflächen-Photovoltaik und einer sogenannten Agri-Photovoltaikanlage. Während auf einem Teil der Fläche Solarmodule in herkömmlicher Bauweise installiert werden sollen, bleibt auf dem größeren Abschnitt die landwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich. Dort werden die Module in Reihen mit ausreichend Abstand für landwirtschaftliche Maschinen aufgestellt.
Die beiden städtischen Grundstücke am Spitalhof umfassen zusammen knapp 22 Hektar. Ein Teilbereich im Wasserschutzgebiet wurde bereits von den Planungen ausgeschlossen.
Nach den bisherigen Berechnungen soll die Anlage eine Leistung von bis zu 15 Megawatt erreichen und jährlich rund 16,5 Gigawattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem rechnerischen Jahresbedarf von etwa 4.700 Haushalten.
Ergänzt werden soll der Energiepark durch einen leistungsstarken Batteriespeicher und ein Umspannwerk. Der Speicher könnte überschüssigen Strom zwischenspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Damit soll die Stabilität des Stromnetzes verbessert werden.
Zusätzlich prüft die Stadt die Ansiedlung eines Rechenzentrums am Standort. Hintergrund ist der steigende Bedarf an Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und digitale Infrastruktur.
Die Stadtverwaltung sieht dabei besondere Chancen: Der Strombedarf eines Rechenzentrums könnte teilweise direkt durch die Solaranlagen gedeckt werden. Gleichzeitig könnte die entstehende Abwärme künftig für das geplante Fernwärmenetz genutzt werden.
Neben den energiepolitischen Vorteilen rechnet die Stadt auch mit wirtschaftlichen Effekten. Pachteinnahmen, Gewerbesteuern und mögliche Beteiligungen könnten langfristig zusätzliche Einnahmen für den städtischen Haushalt bringen.
Die Verwaltung verweist zudem auf einen gewissen Zeitdruck. Änderungen bei den bundesweiten Förderbedingungen könnten die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte in Zukunft verschlechtern. Deshalb soll nun möglichst rasch über die nächsten Schritte entschieden werden.





