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(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Bad Krozingen (Ratsinformationssystem & Beschlussvorlagen

Große Bauprojekte, Wohnraumentwicklung und wichtige Strukturentscheidungen stehen im Mittelpunkt der nächsten Sitzung im Bad Krozinger Gemeinderat. Am Dienstag, 21. April 2026, tagt das Gremium im Josefshaus in Bad Krozingen, die öffentliche Sitzung beginnt laut Tagesordnung um 19.45 Uhr.

Zum Auftakt gibt es Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern. Danach folgt der Bericht des Ortsvorstehers aus Tunsel. Außerdem stehen Bekanntgaben aus früheren nichtöffentlichen Sitzungen, die Annahme von Spenden sowie über- und außerplanmäßige Ausgaben auf der Tagesordnung.

Ein zentrales Thema ist die geplante Verlagerung vom DRK-Standort. Die Stadt soll dem DRK Müllheim Teilflächen mehrerer städtischer Grundstücke für eine neue Rettungswache zusagen und zugleich das nötige Baurecht schaffen. Hintergrund ist, dass der bisherige Standort im Südring nach Angaben der Verwaltung aus Kapazitätsgründen nicht mehr zukunftsfähig erweitert werden kann. Der konkrete Zuschnitt der Flächen, ein möglicher Verkauf und der Grundstückspreis sollen aber erst nach weiteren positiven internen Entscheidungen beim DRK festgelegt werden.

Bei der Stadtplanung geht es gleich um mehrere große Verfahren. In der Staufener Straße soll mit der 12. Änderung des Bebauungsplans ein Neubau an der Hebelstraße 7 ermöglicht werden. Vorgesehen sind dort ein Gebäude mit drei Vollgeschossen und Attikageschoss, eine Arztpraxis und eine Physiopraxis im Erdgeschoss sowie insgesamt zehn Wohnungen in den oberen Etagen. Die Stadt setzt hier auf Nachverdichtung im Innenbereich. Nach der zweiten Offenlage gab es laut Vorlage keine inhaltlichen Änderungen mehr, sodass nun der Satzungsbeschluss ansteht.

Auch der Bahnhofsbereich soll weiterentwickelt werden. Dort will die Stadt das eingeschossige Gebäude in der Bahnhofstraße 7 um vier Geschosse aufstocken. So sollen dringend benötigte Wohnungen entstehen. Weil dafür die bisherigen Festsetzungen nicht ausreichen, muss der Bebauungsplan geändert werden. Geplant ist ein Urbanes Gebiet, das Wohnen und Gewerbe im Gebäude ermöglicht. Wegen der Nähe zur Bahn spielen zudem Lärmschutz, Gebäudebegrünung, Ersatzpflanzungen, Hinweise zu Starkregen und Hochwasserschutz sowie technische Vorgaben eine Rolle. Nach der Offenlage sieht die Verwaltung keine Änderungen, die ein weiteres Beteiligungsverfahren nötig machen würden.

Besonders umfangreich ist der Komplex Kirchhofener Straße im Kernort. Auf dem früheren Richtbergareal südlich der Kirchhofener Straße soll ein neues Wohngebiet entstehen. Damit will Bad Krozingen auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum reagieren. Geplant ist ein neues Quartier mit ringförmiger Erschließung und gegliederten Nachbarschaften. Im Verfahren werden auch Klimaschutz, Lärmschutz, Aufenthaltsqualität, nachhaltige Mobilität und Parkierung berücksichtigt. Eine zunächst im Wettbewerb diskutierte Kindertagesstätte soll vorerst nicht im Gebiet selbst entstehen, der Plan enthält aber weiter eine Gemeinbedarfsfläche für einen möglichen späteren Bedarf. Parallel dazu muss auch der Flächennutzungsplan geändert werden, weil die Fläche dort bislang als Grünfläche dargestellt ist. Beides soll nun auf den Weg gebracht und anschließend frühzeitig öffentlich ausgelegt werden.

Ein weiteres großes Investitionsthema ist die Johann-Heinrich-von-Landeck-Schule. Der Gemeinderat soll der Vorentwurfsplanung für den Neubau einer Mensa mit sechs Betreuungsräumen und den nötigen Umbauten im Bestand zustimmen. Vorgesehen sind im Erdgeschoss unter anderem Foyer, Küche, Speiseraum und Terrasse, darüber sechs Räume für Betreuung, Bewegung, Ruhe, Kreativangebote und Gruppenarbeit. Hinzu kommen barrierefreie Erschließungen, ein Aufzug, ein Plattformlift und neue Außenanlagen mit Hofbereichen, Brücke, Rampe, Sitzstufen, Spielmöglichkeiten und einem Multifunktionsspielfeld. Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei 13,4 Millionen Euro und damit leicht über dem bisher angemeldeten Budget von 13,3 Millionen Euro. Bei den Außenanlagen sollen deshalb weitere Einsparpotenziale geprüft und die Maßnahmen priorisiert werden. Ein möglicher Baubeginn wird für Sommer 2027 genannt.

Beim Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Bad Krozingen-Hartheim geht es außerdem um eine Änderung auf Gemarkung Hartheim, Ortsteil Feldkirch. Dort soll für die Weiterentwicklung des Bohrerhofs ein Teil einer bisherigen privaten Grünfläche in Sondergebiet umgewandelt werden. Geplant sind ein Spa-Bereich für das bestehende Hotel sowie neue landwirtschaftliche Hallen. Die Stadt Bad Krozingen soll ihre Vertreter im gemeinsamen Ausschuss anweisen, für die Einleitung dieses Änderungsverfahrens zu stimmen.

Wichtig ist auch die Anpassung des Konzessionsvertrags Strom. Hintergrund sind steuerrechtliche Änderungen ab 1. Januar 2027. Künftig soll ausdrücklich geregelt werden, dass die Konzessionsabgabe ein Nettobetrag ist und die Umsatzsteuer gesondert behandelt wird. Nach Darstellung der Verwaltung soll damit vermieden werden, dass der Stadt durch steuerliche Unklarheiten Einnahmen verloren gehen oder Risiken für die Badenova NETZE GmbH entstehen.

Unter den Arbeitsvergaben stechen zwei Projekte in Biengen heraus. Für den Erweiterungsbau in Holzbauweise an der Grundschule soll der Generalunternehmerauftrag an die Holzbau Bruno Kaiser GmbH gehen. Das Angebot liegt bei rund 3,74 Millionen Euro und damit deutlich unter dem bepreisten Leistungsverzeichnis von 4,1 Millionen Euro. Beim FTTB-Netzausbau in Bad Krozingen-Biengen, Los II, empfiehlt die Verwaltung den Zuschlag an Fiber Europe Management für rund 347.400 Euro. Dieses Angebot liegt erheblich unter der Kostenberechnung von rund 650.000 Euro.

Zum Abschluss folgen Anfragen des Gemeinderats und Informationen der Verwaltung. Insgesamt zeigt die Tagesordnung, dass es in Bad Krozingen am Dienstagabend um weitreichende Entscheidungen für Rettungsdienst, Schulen, Wohnen, Innenstadtentwicklung und Infrastruktur geht.

Bild: KI-generiert

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