(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV)
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Die anhaltende Trockenheit trifft viele Bauern in Südbaden inzwischen hart. Vor allem bei Mais, Grünland und Teilen vom Obstbau gibt es deutliche Ertragseinbußen bei der Ernte, vereinzelt werden sogar Totalschäden erwartet. Gleichzeitig wird das Futter für Rinder knapp. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband warnt deshalb auch vor finanziellen Problemen auf vielen Höfen.

Deutlich besser sieht die Bilanz bei Getreide aus. Die Getreide- und Rapsernte war bereits Ende Juli abgeschlossen. Gerste brachte meist zwischen fünf und acht Tonnen pro Hektar und lag damit ungefähr im langjährigen Durchschnitt. Beim Weizen melden viele Betriebe 7,5 bis acht Tonnen pro Hektar, in späteren Anbaugebieten waren es eher 6,5 bis sieben Tonnen.

Beim Raps wurden zwischen drei und vier Tonnen pro Hektar geerntet. Trotz einer größeren Anbaufläche fiel die gesamte Erntemenge geringer aus. Je nach Region lagen die Erträge laut Landwirtschaftsverband zehn bis 20 Prozent unter den Erwartungen.

Besonders schwierig ist die Situation beim Mais. Auf vielen Flächen haben sich die Pflanzen wegen vom Wassermangel schlecht entwickelt. Teilweise fehlen die Kolben oder die Befruchtung ist schlecht. Auch Betriebe, die Saatmais vermehren, erwarten trotz mehrfacher Bewässerung große Verluste und vereinzelt Totalschäden.

Viele Maispflanzen sind laut BLHV bereits abgestorben. Schlecht entwickelte Körnermaisbestände werden deshalb schon seit Wochen als Silomais geerntet. Allerdings ist auch dabei die Futterqualität beziehungsweise der Energiegehalt gering. Die reguläre Körnermaisernte soll voraussichtlich in Kalenderwoche 35 beginnen.

Der Verband bezeichnet die Lage beim Mais vielerorts als dramatisch. Einige Betriebe befürchten demnach, vereinbarte Liefermengen nicht erfüllen zu können. Teilweise sei sogar fraglich, ob die Ernteerträge noch die Kosten für den Drusch decken. Auch bei Soja werden weitere Verluste erwartet, falls die Trockenheit anhält.

Für rinderhaltende Betriebe verschärft sich gleichzeitig die Futterknappheit. Während der erste Schnitt beim Grünland noch normale Erträge und gute Qualität brachte, gab es bereits beim zweiten Schnitt große regionale Unterschiede. Danach wuchs wegen der Trockenheit praktisch nichts mehr nach. Weidegang ist laut BLHV bereits seit Wochen nicht mehr möglich.

Dadurch müssen Betriebe schon jetzt auf ihre ohnehin geringen Wintervorräte zurückgreifen. BLHV-Präsident Bernhard Bolkart warnt, dass die Futterversorgung für viele Rinderhalter zunehmend zu einer Existenzfrage werde. In den kommenden Wochen müsse ausreichend Regen fallen, damit im Herbst noch Futter nachwachsen könne.

Bei den Frühkartoffeln fällt die Bilanz dagegen positiv aus. Erträge und Qualität sind laut Verband gut bis sehr gut.

Auch beim Obst gibt es große Unterschiede. Spargel und Erdbeeren hatten eine gute Saison. Bei Kirschen waren zunächst ebenfalls gute Mengen und Qualitäten vorhanden, allerdings wurden viele Früchte durch die Hitze geschädigt.

Beeren litten stärker unter Hitze und Trockenheit. Bei Zwetschgen wurden die Erwartungen bereits nach unten korrigiert, während Mirabellen eine durchschnittlich gute Ernte bringen. Äpfel und Birnen haben zwar viele Früchte angesetzt, diese bleiben vielerorts jedoch zu klein. Wegen Trockenheit und Sonnenbrandschäden rechnen die Betriebe aktuell mit Einbußen von 20 bis 30 Prozent.

Neben den Folgen für die Ernte sieht der Landwirtschaftsverband zunehmend finanzielle Schwierigkeiten. Einnahmen würden auf betroffenen Höfen wegbrechen, während die laufenden Kosten bestehen bleiben.

Der BLHV fordert deshalb unter anderem Liquiditätshilfen für besonders betroffene Betriebe, eine Aufstockung der Düngemittelhilfe auf 180 Millionen Euro, die Stundung von Steuervorauszahlungen und Entlastungen bei den Dieselkosten.

Langfristig fordert der Verband außerdem bessere Möglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe, sich finanziell gegen Wetterextreme abzusichern. Dazu zählt aus Sicht vom BLHV eine steuerfreie Risikorücklage sowie eine stärkere Förderung von Investitionen in Klimaanpassung und widerstandsfähigere Betriebe.

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