(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: BreisgauLIVE-Recherche, Monika Stein

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Am 26. April 2026 wird ein neuer Oberbürgermeister für Freiburg gewählt. Insgesamt stehen neun Kandidaten auf dem Wahlzettel zur OB-Wahl. Heute stellen wir Ihnen bei BreisgauLIVE Monika Stein vor. Sie ist 1970 geboren und von Beruf Gewerkschaftsvorsitzende.

Die Oberbürgermeister-Kandidatin Monika Stein gehört zu den bekanntesten politischen Gesichtern in Freiburg im Breisgau. Die parteiunabhängige Kandidatin wird von einem breiten Bündnis aus mehreren Parteien und Gruppierungen von Grünen, Linken, Urbanes Freiburg und Volt unterstützt und kann im Wahlkampf auf viel Rückhalt aus dem Gemeinderat bauen.

Stein ist gebürtige Freiburgerin und seit vielen Jahren eng mit der Stadt verbunden – beruflich wie politisch. Sie arbeitete lange als Lehrerin und ist heute Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Baden-Württemberg. Ihre Wurzeln liegen damit klar im Bildungsbereich, der auch ihr politisches Denken prägt.

Politische Erfahrung bringt sie ebenfalls mit: Über 14 Jahre war sie Mitglied im Freiburger Gemeinderat und gestaltete dort zentrale Themen der Stadtpolitik mit. In dieser Zeit entwickelte sie ihren eigenen Stil, den sie selbst als offen, verlässlich und dialogorientiert beschreibt.

Auch privat steht bei ihr der Blick auf den Alltag der Menschen im Mittelpunkt. Viele ihrer Impulse entstehen aus Gesprächen vor Ort – in Stadtteilen, bei Veranstaltungen oder im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern.

Inhaltlich setzt Stein Schwerpunkte bei bezahlbarem Wohnen, Bildung, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz. Ihr Ansatz: Politik soll konkret im Alltag spürbar sein und Lösungen liefern, die das Leben in der Stadt für möglichst viele Menschen verbessern.

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BreisgauLIVE hat Monika Stein einige Fragen zu wichtigen Themen in der Stadt gestellt. Hier präsentieren wir ihre Antworten:

1. Verpackungssteuer: 

Bleibt die Verpackungssteuer in Freiburg oder würden Sie diese in Abstimmung mit dem Gemeinderat abschaffen bzw. anpassen?

„Die Verpackungssteuer komplett abzuschaffen finde ich nicht richtig. Seit der Einführung haben viele Unternehmen komplett auf Mehrweg umgestellt. Die Ausgestaltung sollte evaluiert werden um Lösungen zu finden, wie die Steuer gerechter und besser umgesetzt werden kann. Gemeinsam mit dem Gemeinderat möchte ich diese Evaluierung auswerten.“

2. Flugplatz: 

Welche konkrete Zukunft sehen Sie für den Freiburger Flugplatz – erhalten, komplett umbauen oder teilweise neu nutzen? 

„Der Freiburger Flugplatz sollte neu genutzt werden. Bis 2040 fehlen in der Stadt viele Hektar Gewerbeflächen. Auf der bereits versiegelten Fläche des Flugplatzes könnte sich Gewerbe ansiedeln, während die wichtige Kaltluftschneise und der Magerrasen erhalten bleiben und der Rettungshubschrauber auch weiterhin landen kann. Ich möchte, dass die Flächen auf dem Flugplatz von allen Freiburger*innen genutzt werden können und möchte eine Umnutzung anstoßen – es könnte ein Tempelhofer Feld von Freiburg entstehen.“

3. Wohnbau & Mieten:

Wie wollen Sie in Freiburg schnell mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen? Welche Rolle spielen dabei Dietenbach oder die Zähringer Höhe?

„Ich setze auf eine Mischung aus Sanierung von bestehendem Wohnraum und Nachverdichtung, sowie ergänzend Neubau. Dabei steht für mich Sanierung von bestehendem Wohnraum klar vor Abriss und Neubau, um Graue Energie einzusparen und teure Neubaukosten zu vermeiden. Doch ohne Neubauprojekte wird es nicht funktionieren. Baugebiete wie der neue Stadtteil Dietenbach oder Kleineschholz, die sich bereits in der Umsetzung befinden, sind hierbei zentral. Hierbei werde ich mich besonders für die Einhaltung der Quote von 50% gefördertem Wohnraum einsetzen. Die Bebauung der Zähringer Höhe ist im Gegensatz dazu nicht sinnvoll um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, da sie zum Beispiel sehr schlecht erreichbar ist, weshalb ich diese ökologisch wertvollen Flächen schützen werde und klar gegen die Bebauung bin. Außerdem möchte ich einen Topf für aktive Liegenschaftspolitik einrichten, denn wenn die Stadt den Wohnungsmarkt zurückerobern will, braucht es Ressourcen, um Wohnungen und vor allem Grundstücke zu kaufen, die dann in Erbpacht vergeben können.  Außerdem werde ich das gemeinwohlorientierte Wohnen in Freiburg stärken. Hierfür setze ich mich für die Einrichtung eines Förderprogramms für Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Bauträger schaffen.“

4. Wirtschaft:

Was ist Ihre wichtigste Maßnahme, um Freiburg als Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken?

„Ich möchte Platz für die Ansiedlung von neuem Gewerbe schaffen und diese Flächen planvoll weiterentwickeln, damit Freiburg als Wirtschaftsstandort langfristig attraktiv ist. Bei der Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Freiburg möchte ich die Zusammenarbeit mit der Universität und den Hochschulen aktiv ausbauen. Gleichzeitig ist die Stadt zu langsam, wenn es darum geht, Menschen, die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten, Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen zu erteilen und ihnen unbürokratisch Betriebe zu vermitteln. Das möchte ich als Oberbürgermeisterin verbessern.“

5. Klimaneutralität 2035:

Ist die angestrebte Klimaneutralität bis 2035 realistisch? Welche konkreten Schritte planen Sie? 

„Ja, 2035 ist realistisch und notwendig und ich werde auf jeden Fall daran festhalten.  Hierfür braucht es aber noch viel mehr konkrete Maßnahmen, insbesondere im Bereich der energetischen Sanierungen, deswegen auch dieser Fokus in meiner Wohnungspolitik. Außerdem müssen wir konsquent auf jedem städtischen Dach Solaranlagen installieren. Sehr ernst nehmen müssen wir dabei aber auch, dass es in Freiburg bereits jetzt deutlich zu heiß wird in den Sommermonaten, weshalb ich einen neuen Fonds für Klimaanpassungsmaßnahmen schaffen möchte.“

6. Stadthalle:

Was soll konkret mit der alten Stadthalle passieren und in welchem Zeitrahmen?

„Ich möchte dafür sorgen, dass die Stadthalle sehr bald wieder genutzt werden kann, zum Beispiel für Kulturveranstaltungen, Räume für Start-Ups und Initiativen oder eine Kletterwand außen an der Halle,  Für die beste Nutzung möchte ich in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit  einen Ideenwettbewerb starten und darauffolgend ein Nutzungskonzept für die Stadthalle entwickeln.“

7. Innenstadt:

Wie wollen Sie den Leerstand in der Innenstadt verhindern und wieder mehr Leben reinbringen?

„Im Kulturamt  werde ich eine starke Stelle zur Vermittlung von leerstehenden Gewerbeflächen für Zwischennutzung schaffen. So können Leerstände minimiert werden und die Innenstadt wird belebt – und Kultur bekommt Zugang zu den so dringend benötigten Räumen. Zudem muss das Strategiekonzept Innenstadt umgesetzt werden und konkrete Maßnahmen müssen in den kommenden Doppelhaushalt aufgenommen werden. Darüber hinaus: die Schlossbergnase muss endlich in den Blick genommen werden! „

8. Verkehr & Radwege:

Braucht Freiburg mehr Tempo 30, ÖPNV oder bessere Radwege? Wo setzen Sie in der Mobilität Ihre Schwerpunkte?

„Ja! Bezahlbar und sicher unterwegs – mit Bus, Bahn & Fahrrad. Das ist mein Schwerpunkt. Dank des Fuß- und Radentscheids haben wir in den letzten Jahren einen massiven Ausbau der Radinfrastruktur erlebt. Doch da geht noch mehr: Ich möchte die Radanbindung ins Umland stärken und die Radvorrangrouten, wo möglich, verbreitern. Ich möchte unsere Mobilität in Freiburg sicherer und barrierefreier gestalten, gerade weil so viele Freiburger*innen mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Hierzu zählt auch flächendeckender Tempo 30 für Autos einzuführen. Beim ÖPNV setze ich auf die Vergünstigung des Sozialtickets, mehr Buslinien z.B. Westrandbus und Expressbusse zwischen Ortschaften und Innenstadt, sowie eine häufigere Taktung der Straßenbahnen unter der Woche nachts. Gleichzeitig gibt es Menschen und Dienstleister*inner, die auf Autos angewiesen sind. Deswegen möchte ich für Handwerker*innen und Dienstleister*innen wie Pflegedienste kostenlose Parkmöglichkeiten schaffen.“

9. Ordnung & Kontrolle:

Unterstützen Sie den Einsatz von Scan-Cars gegen Falschparker – ja oder nein?

„Ja. Falschparker*innen gefähren die Verkehrssicherheit. Deswegen bin ich bin dafür solche innovative Ansätze auszuprobieren und kann mir den Einsatz grundsätzlich vorstellen, wenn die Tests gut verlaufen. Ich unterstütze deswegen den Einsatz von Scan-Cars.“

10. Lebensqualität & Sicherheit:

Was würden Sie konkret tun, um die Sicherheit und die Lebensqualität in Freiburg weiter zu verbessern?

„Lebensqualität entsteht durch einen belebten öffentlichen Raum (Parks, Kulturveranstaltungen, Sportmöglichkeiten), eine solidarische Stadtgesellschaft mit Teilhabe am sozialen Leben und Bezahlbarkeit im Alltag. Konkret heißt das den Freiburg-Pass als städtische Sozialkarte ausbauen, damit auch die Menschen mit weniger Geld ins Schwimmbad oder Theater gehen können, mehr öffentlich zugängliche Kultur- und Sportmöglichkeiten schaffen und für Menschen, die Unterstützung benötigen, die passenden Angebote bereitzustellen. An den Orten, wo es im öffentlichen Raum zu (Nutzungs)konflikten kommt, setze ich auf die Fortführung des Tandems aus Nachtmediation und dem Vollzugsdienst.“

11. Bildung & Schulen:

Wie wollen Sie die Situation bei Kitas und Schulen in Freiburg verbessern und die Bildung stärken?

„Als langjährige  Haupt- und Werkrealschullehrerin bin ich mit den Herausforderungen an den Freiburger Schulen vertraut. Damit jedes Kind einen Schulabschluss erreichen kann, braucht es Förderung von Anfang an. Zunächst möchte ich die Kita-Gebühren senken und gerechter staffeln. Außerdem möchte ich den Umbau und Ausbau der Kitalandschaft anstoßen – orientiert an der tatsächlichen Anzahl der Kinder in den Stadtteilen. Ich möchte eine transparente Bedarfsplanung der Kita-Plätze. Bei der Schulbildung sind gebundene Ganztagsgrundschulen und Gemeinschaftsschulen für mich der Schlüssel zu einer umfassenden Förderung von Kindern.“

12. Persönliches Statement:

Welche Themen sind Ihnen persönlich besonders wichtig, die hier noch nicht genannt wurden?

„Die stärkere Beteiligung aller Altersklassen und aller unterschiedlichen Gruppen von Menschen in Freiburg ist mir ein wichtiges Anliegen. Dazu werde ich Jugendbeteiligung ausbauen, eine Strategie für eine altersfreundliche Stadt auf den Weg bringen und auch neue Beteiligungsformate ausprobieren um  bisher wenig gehörte Menschen zu erreichen. Ganz grundsätzlich gilt: Ich liebe Freiburg und genau deshalb will ich, dass unsere Stadt für alle funktioniert und bezahlbar wird. Ich möchte das gemeinsam mit den Menschen hier erreichen. Große Fragen klären wir in Zukunft gemeinsam. Offen, ehrlich und zuverlässig. Denn Freiburg kann mehr. „


Wir danken Monika Stein für die Beantwortung unserer Fragen. Bitte gehen Sie am 26. April 2026 bei der OB-Wahl in Freiburg wählen – im Wahllokal, vorab per Briefwahl oder durch die Wahlmöglichkeit im Wahlamt.

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Bild von Monika Stein: privat


Die weiteren Portraits der Freiburger OB-Kandidaten in normaler Sprache: Florian Braune, Martin Horn, Wim Kölker, Achim Wiehle, Monika Stein, Dejan Mihajlović, Claudio Probst, Martin Borgmann, Karl Schwarz

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