(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: BreisgauLIVE-Recherche, Achim Wiehle
Am 26. April 2026 wird ein neuer Oberbürgermeister für Freiburg gewählt. Insgesamt stehen neun Kandidaten auf dem Wahlzettel zur OB-Wahl. Heute stellen wir Ihnen bei BreisgauLIVE Achim Wiehle vor. Er ist 1971 geboren und ist von Beruf selbstständiger Großhändler.
Der Oberbürgermeister-Kandidat Achim Wiehle setzt im Freiburger Wahlkampf vor allem auf Erfahrung aus Wirtschaft und Praxis. Der 54-jährige Unternehmer ist in Freiburg im Breisgau geboren, aufgewachsen und bis heute eng mit der Stadt verbunden. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen.
Beruflich blickt Wiehle auf eine lange Laufbahn zurück: Nach mehreren Jahren im öffentlichen Dienst führt er seit über zwei Jahrzehnten eigene Unternehmen. Diese Mischung aus Verwaltungserfahrung und unternehmerischer Verantwortung prägt auch seinen politischen Ansatz, bei dem er Wert auf pragmatische Lösungen und wirtschaftliches Denken legt.
Neben Beruf und Politik engagiert sich Wiehle stark im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Er ist an verschiedenen Initiativen beteiligt – von sozialen Projekten wie dem Essenstreff bis hin zu Hilfsaktionen für die Ukraine. Auch im Vereinsleben, etwa im Bereich der Freiburger Fasnet, ist er aktiv und vernetzt.
Politisch tritt Wiehle als parteiloser Kandidat an und versteht sich als Vertreter einer sachorientierten, bürgernahen Politik. Er wird unter anderem durch die CDU Freiburg und mittelständischen Initiativen im Wahlkampf unterstützt. Im Mittelpunkt stehen für ihn Themen wie Wirtschaft, Sicherheit, Wohnen und Stadtentwicklung, die er langfristig in einer gemeinsamen „Vision Freiburg 2040“ weiterentwickeln möchte.
Sein Ansatz: zuhören, vernetzen und gemeinsam mit den Menschen in der Stadt Lösungen erarbeiten – mit einem klaren Fokus auf Alltagstauglichkeit und Umsetzbarkeit.
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BreisgauLIVE hat Achim Wiehle einige Fragen zu wichtigen Themen in der Stadt gestellt. Hier präsentieren wir ihre Antworten:
1. Verpackungssteuer:
Bleibt die Verpackungssteuer in Freiburg oder würden Sie diese in Abstimmung mit dem Gemeinderat abschaffen bzw. anpassen?
„Die Verpackungssteuer muss in der derzeitigen Form schnellstmöglich abgeschafft werden. „Gute gedacht, schlecht gemacht“ – Leider ist die aktuelle Regelung zu kompliziert, macht das Essen für Einkommensschwache Menschen und Schüler noch teurer und ist viel zu aufwändig und zu bürokratisch. Das eigentliche Ziel, Verpackungsmüll zu vermeiden, wird weitestgehend verfehlt. Die Gastronomie wird durch diese bürokratische Lösung weiter belastet und trägt hohe Kosten, z.B. für die Abrechnung und Anpassung der Kassensysteme.“
2. Flugplatz:
Welche konkrete Zukunft sehen Sie für den Freiburger Flugplatz – erhalten, komplett umbauen oder teilweise neu nutzen?
„Der Flugplatz ist für das Katastrophen- und Krisenmanagement in und um Freiburg nicht verzichtbar. Die unmittelbare Nähe zur Uniklinik ist z.B. bei der Verletztenversorgung/Logistik elementar. Daneben ist er als Kaltluftschneise wichtig fürs Klima und der Magerrasen ökologisch wertvoll. Daher muss der Flugplatz erhalten bleiben.“
3. Wohnbau & Mieten:
Wie wollen Sie in Freiburg schnell mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen? Welche Rolle spielen dabei Dietenbach oder die Zähringer Höhe?
„Laufende Bauprojekte der Stadt schneller und effizienter umsetzen. In Kleineschholz oder Dietenbach steht noch kein einziger Baukran. Den Bauturbo zünden und alles, was bremst, muss auf den Prüfstand. Bauen nur nach Bedarf und nicht um jeden Preis. Ökologisch wertvolle Flächen wie die Zähringer Höhe müssen erhalten werden.“
4. Wirtschaft:
Was ist Ihre wichtigste Maßnahme, um Freiburg als Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken?
„Aktive Wirtschaftsförderung mit Experten z.B. einem Wirtschaftsrat! Gewerbesteuer nicht erhöhen, den überfälligen Flächennutzungsplan fertigstellen, damit ggf. neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden können. Durch Neuansiedlung die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sichern und ggf. ausbauen, Infrastruktur für die Unternehmen verbessern wie: Weniger Bürokratie, Prozesse beschleunigen und digitalisieren, Parklösung für Anlieferungen und Handwerker in der Innenstadt, gute Verfügbarkeit von ÖPNV und Parkflächen, Wohnraum für Beschäftigte… – Ganz wichtig: Ein Unternehmer-freundliches und wertschätzendes Klima für die Wirtschaft!“
5. Klimaneutralität 2035:
Ist die angestrebte Klimaneutralität bis 2035 realistisch? Welche konkreten Schritte planen Sie?
„Wir müssen es versuchen. Angesichts der leeren Kassen ist die Gesamtverschuldung ist von ca 800 Millionen 2018 auf ca. 2,1 Milliarden aktuell gestiegen. Zum Beispiel wird der Freiburger Stadtbau die erforderlichen Maßnahmen finanziell nicht stemmen können, um Ihren wichtigen Beitrag zu leisten. Die finanziellen Spielräume werden immer enger, da immer höhere Ausgaben, perspektivisch geringeren Einnahmen, gegenüberstehen.“
6. Stadthalle:
Was soll konkret mit der alten Stadthalle passieren und in welchem Zeitrahmen?
„Die denkmalgeschützte Stadthalle kann von einem Leerstand-Problemfall zu einem Leuchtturmprojekt für Bildung, Innovation und Tourismus werden. Ein Ort, an der Wissenschaft und Technik für Jung und Alt erlebbar werden. Getragen von gesellschaftlichem Engagement von Technologieunternehmen in Kooperation von Forschung und Bildungsinstituten wie z.B. der Universität. Und das weitestgehend ohne finanzielle Belastungen für die Stadt. Erste Unternehmen haben bereits Ihr Interesse bekundet. Start der Projektplanung und Gespräche mit interessierten Unternehmen und Institutionen schnellstmöglich, nach dem 1.7.2026!“
7. Innenstadt:
Wie wollen Sie den Leerstand in der Innenstadt verhindern und wieder mehr Leben reinbringen?
„Alle Mobilitätsformen gleichberechtigt behandeln. Ausreichend Parkraum für Gäste und Besucher der Innenstadt zu angemessenen Parkgebühren. Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern, z.B. durch Beleuchtung und Präsenz von Ordnungskräften. Sauberkeit und Ordnung, Freiburg wieder glänzen. Mehr Aufenthaltsqualität z.B. durch Gastronomie-Außenflächen, Begrünung und Kultur und Musikveranstaltungen im öffentlichen Raum. 2x jährlich einen verkaufsoffenen Sonntag.“
8. Verkehr & Radwege:
Braucht Freiburg mehr Tempo 30, ÖPNV oder bessere Radwege? Wo setzen Sie in der Mobilität Ihre Schwerpunkte?
„ÖPNV attraktiver machen: Dazu könnten wir einen ÖPNV-Bonus einführen. Mit einem einfachen QR-Code System auf der Fahrkarte kann der Fahrpreis beim Einkauf oder Verzehr in der Innenstadt angerechnet werden. Das macht den ÖPNV attraktiv und gleichzeitig werden der Handel und die Gastronomie in der Innenstadt gestärkt. Oder und z.B. Ringverkehr für Touristen, die von Parkflächen außerhalb der Stadt in die Innenstadt befördert werden. Alle Mobilitätsformen müssen gleichberechtigt sein. Radfahren ist eine Möglichkeit, aber nicht die Einzige. Mobilität neu denken: Freiburg erhebt sich – Urbane Seilbahn! Freiburg erhält eine moderne, klimaneutrale Seilbahn als Ergänzung zu Bus und Straßenbahn. Sie verbindet wichtige Stadtteile, überwindet topografische Hindernisse wie Straßen oder die Dreisam ist effizient und entlastet den innerstädtischen Verkehr – schnell, leise und nachhaltig. Dabei ist sie deutlich günstiger als der Bau einer neuen Straßenbahn und erheblich günstiger im Betrieb. Lassen sie und die Machbarkeit prüfen! „
9. Ordnung & Kontrolle:
Unterstützen Sie den Einsatz von Scan-Cars gegen Falschparker – ja oder nein?
„Nein.“
10. Lebensqualität & Sicherheit:
Was würden Sie konkret tun, um die Sicherheit und die Lebensqualität in Freiburg weiter zu verbessern?
„Sauberkeit und Ordnung verbessern, wie Graffiti, Müll etc.. Ortschaften und Ortsteile in Ihrer Identität bewahren, respektieren und stärken. Kriminalitätsschwerpunkte konsequent überwachen. Kriminalität konsequent bekämpfen. Cat-Calling / Sexuelle Belästigung von Frauen durch Kommentare, Pfeifen oder obszöne Gesten im öffentlichen Raum konsequent als Ordnungswidrigkeit ahnden.“
11. Bildung & Schulen:
Wie wollen Sie die Situation bei Kitas und Schulen in Freiburg verbessern und die Bildung stärken?
„Digitalisierung vorantreiben mit Tablets statt Schulbüchern, digitalen Stundenplänen, Hausaufgaben etc. Enge Begleitung bereits in der Kita, um frühzeitig Defizite z.B. bei der Sprache zu erkennen und gezielt die erforderlichen Mindestvoraussetzungen wie z.B. Deutschkenntnisse zu gewährleisten. Gute Versorgung durch ein kostenloses Mittagessen, Unterrichts Kooperation mit Unternehmen. Schaffen eines Science Centers in Freiburg um Interesse an Wissenschaft und Technik zu fördern.“
12. Persönliches Statement:
Welche Themen sind Ihnen persönlich besonders wichtig, die hier noch nicht genannt wurden?
„Wir müssen wieder vorbehaltlos und sachorientiert mit allen, die unsere demokratische Grundordnung achten, ins Gespräch kommen. Eine respektvoller konstruktiver Diskurs in der Sache und das klare Benennen von Problemen ist aus meiner Sicht die beste Basis für gute Lösungen. Transparenz von Maßgeblichen Entscheidungen der Stadtverwaltung oder des Gemeinderats von der Entstehung / Antragstellung bis zur Entscheidung für den interessierten Bürger nachvollziehbar und sichtbar zu machen. Ein besseres Verständnis für die Prozessschritte und den zeitlichen Ablauf stärkt das Vertrauen in die Politik.“
Wir danken Achim Wiehle für die Beantwortung unserer Fragen. Bitte gehen Sie am 26. April 2026 bei der OB-Wahl in Freiburg wählen – im Wahllokal, vorab per Briefwahl oder durch die Wahlmöglichkeit im Wahlamt.
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Bild von Achim Wiehle: Wahlkampfbüro Achim Wiehle (Archivbild)
Die weiteren Portraits der Freiburger OB-Kandidaten in normaler Sprache: Florian Braune, Martin Horn, Wim Kölker, Achim Wiehle, Monika Stein, Dejan Mihajlović, Claudio Probst, Martin Borgmann, Karl Schwarz





