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(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Titisee-Neustadt (Beschlussvorlage 2026/181)
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Das geplante Mountainbike-Trailcenter am Hochfirst bei Titisee-Neustadt steht vor dem Aus. Die Stadtverwaltung empfiehlt dem Gemeinderat, das touristische Großprojekt nicht umzusetzen und sämtliche weiteren Planungsschritte zu beenden.

Der Gemeinderat entscheidet am Dienstag, 28. Juli, über den Vorschlag. Ausschlaggebend sind laut Verwaltung der hohe Eigenanteil von voraussichtlich rund 1,07 Millionen Euro und dauerhafte Folgekosten von etwa 110.000 Euro pro Jahr.

Geplant war in der ersten Ausbaustufe ein zusammenhängendes Netz aus fünf Mountainbike-Trails mit einer Gesamtlänge von rund 22,7 Kilometern. Zwei Strecken sollten ausschließlich bergauf und drei ausschließlich bergab befahren werden. Vorgesehen waren einfache blaue Trails sowie technisch anspruchsvollere rote Abschnitte.

Das Netz sollte den Bahnhof Neustadt, die Hochfirstschanze und den Hochfirstturm miteinander verbinden. Ein zentraler Trail-Hub war als Verteilerpunkt vorgesehen. Der Hochfirst ist als Area 11 Teil vom Mountainbike-Masterplan Hochschwarzwald.

Gesamtkosten steigen auf rund 2,53 Millionen Euro

Die eigentlichen Planungs- und Baukosten wurden auf rund 2,25 Millionen Euro geschätzt. Wegen möglicher Risiken beim Bau im Wald sowie zusätzlicher Naturschutzmaßnahmen rechnet die Verwaltung inzwischen mit einem Gesamtbedarf von rund 2,53 Millionen Euro.

Für das Projekt liegt bereits eine Förderzusage aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm über rund 1,46 Millionen Euro vor. Trotzdem müsste Titisee-Neustadt voraussichtlich rund 1,07 Millionen Euro selbst finanzieren.

Die Förderung gilt nur für die Herstellung. Für Pflege, Reparaturen, Verkehrssicherheit, Kontrollen, Beschilderung und Kommunikation müsste die Stadt dauerhaft selbst aufkommen.

Jährlich rund 110.000 Euro für den Betrieb

Nach der aktuellen Schätzung würde der laufende Unterhalt zwischen rund 90.000 und 135.000 Euro pro Jahr kosten. Als realistischer Wert werden etwa 110.000 Euro angesetzt.

Ein großer Teil davon wäre für sogenannte Shaper nötig. Sie kümmern sich um die Pflege von Kurven, Sprüngen, Entwässerungen und beschädigten Strecken. Weitere Kosten würden durch Vegetationsarbeiten, Reparaturen nach Forsteinsätzen, Versicherungen, Kontrollen und Naturschutzmaßnahmen entstehen.

Nach Einschätzung von der Verwaltung könnten diese Aufgaben nicht reduziert werden, ohne die Sicherheit und Funktionsfähigkeit vom Trailcenter zu gefährden. Eine dauerhaft gesicherte Beteiligung von Partnern an den Betriebskosten liegt bislang nicht vor. Auch bei einer Zusammenarbeit mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH bliebe die Stadt finanziell verantwortlich.

40.000 zusätzliche Nutzungen erwartet

Touristisch könnte das Trailcenter eine große Wirkung entfalten. Die Planungen gehen von rund 40.000 zusätzlichen Mountainbike-Nutzungen pro Jahr aus. In der Hauptsaison wären das etwa 1.900 Nutzungen pro Woche und an Spitzentagen bis zu 400.

Davon könnten Hotels, Gastronomie, Fahrradverleiher, Werkstätten und der Einzelhandel profitieren. Direkte und gesicherte Einnahmen für den städtischen Haushalt wären mit dem Projekt jedoch nicht verbunden.

Als Haupteinstieg war der Parkplatz am Bahnhof Neustadt vorgesehen. Ein weiterer Zugang sollte an der Hochfirstschanze entstehen. Am Saiger Kreuz sollte dagegen ein Parkverbot gelten, damit dort kein zusätzlicher Autoverkehr entsteht.

Konflikte im Stadtwald

Das Trailcenter sollte die bereits zunehmende Mountainbike-Nutzung am Hochfirst bündeln und Konflikte mit Wanderern, Forstwirtschaft, Jagd und Naturschutz reduzieren. Gleichzeitig hätte die Anlage neue Aufgaben und Einschränkungen mit sich gebracht.

Rund 4,5 Hektar Wald wären dauerhaft für die Strecken beansprucht worden. Insgesamt hätten Besucherlenkung, Sicherheit und Forstarbeiten einen Bereich von etwa 350 Hektar betroffen.

Weil Rückegassen die geplanten Trails teilweise alle 30 bis 40 Meter kreuzen, wären regelmäßig Reparaturen nach Forstarbeiten nötig geworden. Auch nach Stürmen, Schneebruch oder Schäden durch Unwetter hätte die Stadt schnell reagieren und Strecken sperren müssen.

Berücksichtigt werden müssten außerdem sensible Bereiche für das Auerhuhn und der Bodenschutzwald. Je nach Ergebnis weiterer Untersuchungen wären veränderte Streckenführungen oder zeitweise Sperrungen möglich gewesen.

Touristisch sinnvoll, finanziell nicht tragbar

Die Verwaltung bewertet das Trailcenter grundsätzlich als fachlich und touristisch überzeugend. Es könnte ein modernes Freizeitangebot schaffen, Besucher besser lenken und den Standort Titisee-Neustadt stärken.

Wegen von der äußerst angespannten Haushaltslage hält sie die Umsetzung trotzdem nicht für vertretbar. Die Stadt müsse bereits bestehende Leistungen kürzen und zusätzliche Einnahmen erzielen. Unter diesen Bedingungen könne keine neue freiwillige Aufgabe mit dauerhaft hohen Kosten übernommen werden.

Stimmt der Gemeinderat dem Vorschlag zu, werden alle weiteren Genehmigungs-, Vergabe- und Umsetzungsschritte beendet. Außerdem wird die Förderstelle darüber informiert, dass das Trailcenter nicht gebaut wird.

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