Forschende des Universitätsklinikums Freiburg haben Hinweise darauf gefunden, dass ein hohes Eisenangebot direkt in der Umgebung bestimmter Hirntumorzellen deren Ausbreitung fördern könnte. Die Ergebnisse betreffen Glioblastome, die zu den aggressivsten Hirntumoren gehören. Einen Zusammenhang mit Eisen aus Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln belegt die Studie ausdrücklich nicht.
Die Freiburger Forschenden untersuchten Tumorzellen in Zellkulturen und menschlichen Hirngewebeschnitten. Zusätzliches Eisen verstärkte bei bestimmten Tumorzellen deren Bewegung und Wachstum. Nach Vermutung des Forschungsteams könnte ein besonders aktiver Eisenstoffwechsel dafür verantwortlich sein.
Das ist vor allem deshalb relevant, weil einzelne Zellen eines Glioblastoms weit in das umliegende Gehirngewebe eindringen können. Bei einer Operation lassen sie sich dadurch kaum vollständig entfernen. Zurückbleibende Zellen können später zu einem Rückfall führen.
Eisenstoffwechsel als möglicher Therapieansatz
Die Ergebnisse könnten langfristig einen neuen Ansatz für die Forschung an möglichen Therapien liefern. Nach Angaben des Universitätsklinikums soll nun genauer untersucht werden, welche Mechanismen hinter den beobachteten Veränderungen stehen und ob sich der Eisenstoffwechsel therapeutisch beeinflussen lässt.
Noch ist allerdings nicht geklärt, ob das Eisen die Veränderungen direkt auslöst oder lediglich Teil eines komplexeren Zusammenspiels im Tumorgewebe ist.
Die Forschenden betonen außerdem, dass ausschließlich ein erhöhtes Eisenangebot direkt in der Tumorumgebung untersucht wurde. Aus den Ergebnissen lässt sich deshalb nicht ableiten, dass eisenreiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel den Verlauf eines Glioblastoms beeinflussen.
Die Studie wurde am 8. Oktober in der Fachzeitschrift „Neuro-Oncology“ veröffentlicht. Geleitet wurde sie von Dr. Vidhya Madapusi Ravi von der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg.

