KREIS LÖRRACH

Schopfheim prüft engere Zusammenarbeit mit Nachbarn bei Versorgungsbetrieben

Schopfheim und mehrere Nachbargemeinden wollen prüfen, ob sie bei Bauhöfen, Abwasser und Versorgungsbetrieben künftig enger zusammenarbeiten können. Besonders konkret wird es bereits bei der Trinkwasserversorgung: Kleines Wiesental und Hausen im Wiesental haben Schopfheim um Unterstützung gebeten, weil ihnen technische Führung und teilweise Personal fehlen.

Über beide Vorhaben entscheidet der Schopfheimer Gemeinderat am Montag, 12. Oktober. Zunächst soll gemeinsam mit Maulburg, Hausen und Hasel eine Machbarkeitsstudie zur interkommunalen Zusammenarbeit auf den Weg gebracht werden.

Hintergrund sind nach Angaben der Stadt unter anderem Fachkräftemangel, steigende technische und rechtliche Anforderungen, höhere Investitionen und die angespannte Finanzlage der Kommunen. Gerade bei Bauhöfen, Abwasserentsorgung und Versorgungsbetrieben werde es für kleinere und mittlere Gemeinden schwieriger, sämtliche notwendigen Kompetenzen selbst vorzuhalten.

Studie soll Chancen und Risiken untersuchen

Die Untersuchung soll ergebnisoffen klären, wo eine Zusammenarbeit organisatorische, technische oder wirtschaftliche Vorteile bringen könnte. Denkbar sind beispielsweise gemeinsam genutzte personelle und technische Ressourcen, bessere Vertretungsmöglichkeiten oder gemeinsame Investitionen.

Eine Entscheidung für eine konkrete Organisationsform ist damit ausdrücklich noch nicht verbunden. Nach Abschluss der Untersuchung sollen die jeweiligen Gemeinderäte über mögliche weitere Schritte entscheiden.

Auch Kooperationen mit Kommunen außerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Schopfheim-Maulburg-Hausen-Hasel sollen untersucht werden.

Für die Begleitung der Studie ist eine gemeinsame Lenkungsgruppe vorgesehen. Schopfheim rechnet für seinen Anteil mit Kosten von rund 9.850 Euro. Diese sollen zu jeweils einem Drittel auf die Eigenbetriebe Bauhof, Abwasser und Versorgungsbetriebe verteilt werden.

Trinkwasserversorgung bereits konkret im Fokus

Unabhängig davon besteht bereits ein konkreter Unterstützungsbedarf in Kleines Wiesental und Hausen im Wiesental. Beide Gemeinden haben Schopfheim gefragt, ob dessen Versorgungsbetriebe Aufgaben bei der Trinkwasserversorgung teilweise oder vollständig übernehmen könnten.

Nach Darstellung der Stadt stehen beide Gemeinden vor ähnlichen Problemen. Genannt werden eine fehlende technische Führung, teilweise unzureichende personelle Ressourcen, zunehmende Dokumentationspflichten sowie die Organisation einer verlässlichen Rufbereitschaft und eines professionellen Störfallmanagements.

Ursprünglich wollten Kleines Wiesental und Hausen gemeinsam das erforderliche Fachpersonal aufbauen und in beiden Gemeinden einsetzen. Diese geplante Lösung konnte laut Sitzungsvorlage jedoch nicht umgesetzt werden.

Im Juli besichtigten Vertreter Schopfheims deshalb die technischen Anlagen beider Gemeinden und besprachen den konkreten Unterstützungsbedarf.

Schopfheimer Versorgungsbetriebe könnten Aufgaben übernehmen

Die Versorgungsbetriebe Schopfheim verfügen nach Angaben der Verwaltung über ein qualifiziertes technisches Team. Dieses erfüllt bereits die Betreiberpflichten für Schopfheims Wasserversorgung sowie für den Zweckverband Dinkelberger Wasserversorgung.

Wie umfangreich eine Unterstützung für Kleines Wiesental und Hausen tatsächlich ausfallen könnte, ist allerdings noch offen. Auch ein möglicher zusätzlicher Personalbedarf in Schopfheim lässt sich nach Angaben der Verwaltung derzeit nicht belastbar beziffern.

Deshalb sollen zunächst Leistungsumfang sowie personelle, organisatorische und finanzielle Auswirkungen ausgearbeitet werden. Anschließend soll das Ergebnis erneut zur politischen Entscheidung vorgelegt werden.

Die Stadt sieht die mögliche technische Unterstützung zugleich als Gelegenheit, praktische Erfahrungen für eine weitergehende Zusammenarbeit zwischen den Kommunen zu sammeln.

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