Die Gewerbe Akademie Schopfheim soll geschlossen werden. Die Handwerkskammer Freiburg hält den Schritt nach eigenen Angaben für unumgänglich, weil der Standort nicht mehr ausreichend ausgelastet ist und damit die Voraussetzungen für staatliche Zuschüsse nicht mehr erfüllt. Die überbetriebliche Ausbildung für einen Großteil der Handwerksberufe soll dennoch im Landkreis Lörrach bleiben.

Geplant ist dafür eine Kooperation mit den drei gewerblichen Schulen vom Landkreis. Dort sollen bislang nicht genutzte oder freie Räume für die mehrwöchige überbetriebliche Ausbildung zur Verfügung stehen. Voraussetzung sind noch entsprechende Entscheidungen der Vollversammlung der Handwerkskammer und vom Kreistag.

Vorgesehen ist die neue Lösung für angehende Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Schreiner, Friseure, Metallbauer und Feinwerkmechaniker. Für die Kraftfahrzeugtechnik und Berufe der Bauwirtschaft werden laut Handwerkskammer noch geeignete Räume an den Berufsschulen gesucht.

Sinkende Ausbildungszahlen und Sanierungsbedarf

Als Gründe für die Neuordnung nennt die Handwerkskammer sinkende Ausbildungszahlen infolge des demografischen Wandels, nicht ausreichend ausgelastete Werkstätten sowie einen hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Bereits 2023 hatte die Vollversammlung einen Grundsatzbeschluss zur Neuordnung der Bildungsstandorte gefasst.

Eine wichtige Rolle spielen laut Kammer die staatlichen Zuschüsse von Bund und Land. Diese seien unter anderem an bestimmte Auslastungen gekoppelt. Die Gewerbe Akademie Schopfheim erfülle diese Voraussetzungen nicht mehr. Ohne die Förderung müssten höhere Kosten letztlich von den Handwerksbetrieben getragen werden.

Kritik an Schließung und Kommunikation

Bei einer Informationsveranstaltung in Schopfheim, zu der knapp 30 von mehr als 400 Ausbildungsbetrieben im Landkreis kamen, wurde die geplante Schließung auch deutlich kritisiert. Teilnehmer bemängelten nach Angaben der Handwerkskammer die Kommunikation und fehlende Transparenz. Zudem wurde die Sorge geäußert, dass die Schließung dem regionalen Handwerk schaden und eine Ausbildung für junge Menschen weniger attraktiv machen könnte.

Die Handwerkskammer hält dagegen an ihrem Reformkurs fest. Mit der geplanten Kooperation an den Berufsschulen soll die überbetriebliche Ausbildung für einen Großteil der Berufe wohnortnah erhalten und zugleich enger mit dem Unterricht an den Schulen verzahnt werden.

Bild: Handwerkskammer Freiburg

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