(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: BreisgauLIVE-Recherche, Claudio Probst
Am 26. April 2026 wird ein neuer Oberbürgermeister für Freiburg gewählt. Insgesamt stehen neun Kandidaten auf dem Wahlzettel zur OB-Wahl. Heute stellen wir Ihnen bei BreisgauLIVE Claudio Probst vor. Er ist 1990 geboren und arbeitssuchend.
Der Oberbürgermeister-Kandidat Claudio Probst bringt wohl die ungewöhnlichste Perspektive in den Freiburger Wahlkampf. Der 1990 geborene Freiburger tritt für die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD) an und versteht seine Kandidatur bewusst als Gegenentwurf zu klassischer Politik.
Probst lebt in Freiburg im Breisgau und beschreibt sich selbst augenzwinkernd als „Stimme des Breisgauer Pöbels“. Sein Auftreten ist geprägt von Provokation, Humor und einer klar satirischen Haltung. Klassische politische Rollenbilder oder Wahlkampfregeln spielen für ihn dabei eher eine untergeordnete Rolle.
Auch inhaltlich setzt er weniger auf traditionelle Programme als auf bewusst überspitzte Forderungen. Hinter den oft ironischen Aussagen steht jedoch eine klare Botschaft: Kritik an gesellschaftlichen Strukturen, am Umgang mit Subkultur und an dem, was er als zu angepasste Stadtpolitik wahrnimmt.
Seine Kandidatur versteht sich damit weniger als ernsthafter Machtanspruch, sondern als Teil einer politischen Protestkultur, die Aufmerksamkeit schaffen und Debatten anstoßen will. Gerade durch diese Mischung aus Satire und Zuspitzung bringt Probst eine Perspektive in den Wahlkampf ein, die sich bewusst außerhalb klassischer politischer Bahnen bewegt.
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Hinweis: Der folgende Abschnitt enthält Sätze in obszöner Sprache.
Die dargestellten Antworten sind die geschriebenen Originale des Kandidaten!
BreisgauLIVE hat Claudio Probst einige Fragen zu wichtigen Themen in der Stadt gestellt. Hier präsentieren wir ihre Antworten:
1. Verpackungssteuer:
Bleibt die Verpackungssteuer in Freiburg oder würden Sie diese in Abstimmung mit dem Gemeinderat abschaffen bzw. anpassen?
„Der Blödsinn mit der Verpackungssteuer sollte auf jeden Fall wieder abgeschafft werden. Da ich prinzipiell das esse, wofür ich bezahle, habe ich schon Magenprobleme von der Alufolie, die ich zu meinem Döner immer mitverspeise.“
2. Flugplatz:
Welche konkrete Zukunft sehen Sie für den Freiburger Flugplatz – erhalten, komplett umbauen oder teilweise neu nutzen?
„Die Diskussionen über den Flugplatz lenken doch eigentlich von einer viel wichtigeren Frage ab: Wie können wir den Münsterplatz besser nutzen? Hier setze ich mich für eine komplette Umgestaltung ein. Das Freiburger Münster soll in die Luft gesprengt werden um ein riesiges Kolosseum zu bauen. Hier könnte man effektiv die Problematik mit der Wohnungssuche für junge Studentinnen und Studenten lösen: Wenn es nicht genug Platz in den Studentenwohnheimen gibt könnten sie sich hier um die freien Plätze bis aufs Blut bekämpfen. Der touristische Mehrwert wäre gigantisch: Alte Kirchen finden sich in jeder Stadt in Deutschland. Ein Kolosseum, in dem auch noch aktiv Gladiatorenkämpfe stattfinden, wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Freiburg!“
3. Wohnbau & Mieten:
Wie wollen Sie in Freiburg schnell mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen? Welche Rolle spielen dabei Dietenbach oder die Zähringer Höhe?
„Alle sprechen immer von mehr bauen, bauen, bauen während der Leerstandskataster in Freiburg voll mit ungenutztem Wohnraum ist. Neben meiner bereits erwähnten Idee zum Bau eines riesigen Kolosseums setze ich daher auf Nutzung von bereits bestehendem: Durch die Legalisierung von Haus- und Platzbesetzungen soll den Bürgerinnen und Bürgern ein einfacher, unbürokratischer Weg ermöglicht werden um schnell an kostenlosen Wohnraum zu kommen. Hierbei ist auch aktive Hilfe von Seiten der Stadt gefragt: Nur wenige Menschen haben jemals Erfahrungen mit Besetzungen gemacht. Das war, gerade im Freiburg der 80er Jahre, mal anders! Viele der Besetzer von damals sitzen inzwischen in den Ämtern der Stadt. Diese könnten hier aktiv und beratend zur Seite stehen. Die Freiburger Stadtbau sollte hierfür mal ein bisschen Kohle locker machen, statt immer nur an der Gewinnoptimierung zu arbeiten!“
4. Wirtschaft:
Was ist Ihre wichtigste Maßnahme, um Freiburg als Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken?
„Zu allererst sollten wir die Gelddruckereien auf Hochtouren laufen lassen. Erfahrungen aus der Weimarer Republik zeigen, dass dies eine effektive Maßnahme ist, mit der sämtliche Bürgerinnen und Bürger über Nacht zu Milliardären werden! Um diesen Wohlstand zu halten kommt meine zukunftsorientierte Umgestaltung der Stadt ins Spiel: Ich werde Freiburg durch das Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich, effektive Förderung der Club- und Kneipenkultur, Errichtung von Mitfickzentralen in jedem Stadtteil, verkaufsoffene Sonntage und die Flutung der Bächle mit Bier in ein Paradies für alle Asozialen, Leistungsverweigerer und alle die sich lieber dem Spaß und Lustgewinn widmen statt sich den ganzen Tag den Rücken krumm zu buckeln umgestalten. Die Leute werden von überall kommen und in Freiburg leben wollen, wodurch die Umsätze in den Bars, Supermärkten und Kasinos explodieren werden.“
5. Klimaneutralität 2035:
Ist die angestrebte Klimaneutralität bis 2035 realistisch? Welche konkreten Schritte planen Sie?
„Ich setze mich dafür ein, die Maßnahmen zur Klimaneutralität weitestgehend einzustellen. Durch das Vorantreiben des menschengemachten Klimawandels bis 2035 könnten wir Freiburg in ein tropisches Paradies verwandeln, in dem wir selbst im Winter unter Plamen Cocktails schlürfen und uns die Sonne auf den Bauch brennen lassen können.“
6. Stadthalle:
Was soll konkret mit der alten Stadthalle passieren und in welchem Zeitrahmen?
„Die Stadthalle wäre ein idealer Ort für eine der geplanten Mitfickzentralen und um hier Punkrock- und andere Konzerte stattfinden zu lassen. Das Ding steht schon lange genug leer, deshalb sollte hier so schnell wie möglich gehandelt werden!“
7. Innenstadt:
Wie wollen Sie den Leerstand in der Innenstadt verhindern und wieder mehr Leben reinbringen?
„Die Innenstadt sollte weg von Konsumterror und Schicki-Läden. Durch die Förderung der Kneipenkultur, Installation von Bluetoothboxen im gesamten Stadtgebiet, die Flutung der Bächle mit Bier, freie Drogen-Ausgabeautomaten, Wein- und Schnapsbrunnen, regelmäßige gratis Punkrockkonzerte an verschiedenen Plätzen, den Umbau der „Säule der Toleranz“ zur „Zapfsäule für Pogo-Tanz“ und einer Fußbodenheizung für den Winter im gesamten Innenstadtgebiet plane ich eine effektive Wiederbelebung!“
8. Verkehr & Radwege:
Braucht Freiburg mehr Tempo 30, ÖPNV oder bessere Radwege? Wo setzen Sie in der Mobilität Ihre Schwerpunkte?
„Um den Verkehr in der Stadt effektiver zu machen plane ich, den ÖPNV durch eine Schwarzfahrpflicht und den Bau einer U-Bahn, die die Außengebiete Freiburgs mit der Stadt verbindet, attraktiver zu machen. Außerdem sollen alle Gehwege mit Fließbändern ausgestattet werden, um ein besseres vorankommen zu Fuß zu gewährleisten. Beim Thema Verkehr sollte man außerdem nicht den Geschlechtsverkehr vergessen: Um hier eine Verbesserung zu gewährleisten soll in jedem Stadtteil eine Mitfickzentrale gebaut werden, in der sich die Menschen zum fröhlichen Rumbumsen treffen können.“
9. Ordnung & Kontrolle:
Unterstützen Sie den Einsatz von Scan-Cars gegen Falschparker – ja oder nein?
„Nein. Wir brauchen weniger Überwachung, nicht mehr!“
10. Lebensqualität & Sicherheit:
Was würden Sie konkret tun, um die Sicherheit und die Lebensqualität in Freiburg weiter zu verbessern?
„Um die Sicherheit zu verbessern sollte die Videoüberwachung im Stadtgebiet beendet und die Polizeipräsenz reduziert werden. Die Präsenz von bewaffneten, uniformierten Gruppen führt ebenso zu weniger Sicherheit wie das Gefühl, dauernd beobachtet zu werden. Um die Lebensqualität zu steigern setze ich auf die Förderung von Freizeitangeboten und das Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich. Freizeit bedeutet Lebensqualität!“
11. Bildung & Schulen:
Wie wollen Sie die Situation bei Kitas und Schulen in Freiburg verbessern und die Bildung stärken?
„Wir Pogo-Anarchisten setzen uns für die Abschaffung der Schulpflicht ein. Es kann nicht sein, dass man seine wertvolle Jugend weiter in muffigen Klassenzimmern verschwenden muss. Daher setze ich hier auf maximale Rückverdummung, statt Bildung weiterhin zu fördern.“
12. Persönliches Statement:
Welche Themen sind Ihnen persönlich besonders wichtig, die hier noch nicht genannt wurden?
„Das schon erwähnte Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich steht ganz oben auf meiner Agenda. Gleichzeitig ist mir die Balkanisierung, also die Aufteilung Freiburgs in 3 so genannte Pogo-Zonen wichtig: Die Asoziale-Parasitenzone (APZ), in der alle die, die keine Lust zu arbeiten haben, in Ruhe ihre Freizeit genießen dürfen. Dann die Sichere-Beschäftigungszone (SBZ), in der alle die, die garnicht genug von Arbeit kriegen können, dort ihrer liebsten Beschäftigung nachgehen können. Und als letztes den Gewalt-Erlebnispark (GEP), wo sich Nazis, Hooligans, Religiöse Fundamentalisten und andere Gewalttäter in Ruhe gegenseitig die Köpfe einschlagen können, ohne dabei die restliche Bevölkerung zu stören. Außerdem ist es wichtig, über die Umbenennung der Lehener Straße, Sitz des Jobcenters, in Arno-Dübel-Allee zu sprechen. Arno Dübel, der vor allem in den 2000er Jahren von den Medien oft als „frechster Arbeitsloser Deutschlands“ bezeichnet wurde, war bis zu seinem Tod vor 3 Jahren ein Vorbild für alle Leistungsverweigerer und sollte dementsprechend gewürdigt werden.“
Wir danken Claudio Probst für die Beantwortung unserer Fragen. Bitte gehen Sie am 26. April 2026 bei der OB-Wahl in Freiburg wählen – im Wahllokal, vorab per Briefwahl oder durch die Wahlmöglichkeit im Wahlamt.
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Bild von Claudio Probst: Samira Aline Photoart
Die weiteren Portraits der Freiburger OB-Kandidaten in normaler Sprache: Florian Braune, Martin Horn, Wim Kölker, Achim Wiehle, Monika Stein, Dejan Mihajlović, Claudio Probst, Martin Borgmann, Karl Schwarz





