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(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Emmendingen (Sitzungsvorlage 0116/26)
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Der Stadtbus in Emmendingen soll ab 2028 vollständig elektrisch fahren, länger am Abend unterwegs sein und das Kreiskrankenhaus wieder direkt anbinden. Gleichzeitig sollen acht Haltestellen, die Linie 6 nach Mundingen und die bisherige Haltestelle am Marktplatz entfallen.

Der Gemeinderat entscheidet am Dienstag, 28. Juli, über die Grundlage für die Neuausschreibung vom Stadtbusverkehr. Die Verwaltung empfiehlt die sogenannte Variante 2 aus einer Machbarkeitsstudie. Der derzeitige Vertrag mit der SWEG läuft Ende 2027 aus.

Die vorgeschlagene Variante soll rund 1,856 Millionen Euro pro Jahr kosten. Das wären etwa vier Prozent mehr als ein elektrischer Betrieb mit dem heutigen Fahrplan. Noch nicht enthalten sind die Kosten für die Ladeinfrastruktur und die weiterhin benötigten Anrufsammeltaxis.

Linie 1 fährt künftig bis 23.30 Uhr

Die Betriebszeit von der Linie 1 soll künftig von 5 Uhr bis 23.30 Uhr reichen. Der bisherige Abendverstärker 1A würde dafür entfallen. Laut Stadt passen dessen drei Abendverbindungen durch Bürkle-Bleiche derzeit nicht gut zu den Abfahrtszeiten von der Bahn.

Mit der verlängerten Linie 1 will Emmendingen ab Ende 2027 ein eigenes und verlässlicheres Angebot am Abend schaffen.

Kleinbus soll Kreiskrankenhaus anbinden

Das Kreiskrankenhaus wird derzeit nur mit einem Anrufsammeltaxi bedient. Dieses ist nach Angaben von der Stadt nicht barrierefrei. Künftig soll ein Kleinbus mit zwölf Sitzplätzen und einer Fläche für einen Rollstuhl zwischen Bahnhof und Klinik fahren.

Der Kleinbus könnte auch auf schwächer genutzten Linien eingesetzt werden. Für den Betrieb von der Klinikverbindung rechnet die Studie mit zusätzlichen Kosten von rund 100.000 Euro pro Jahr.

Linie 6 nach Mundingen soll entfallen

Die Stadtbuslinie 6 soll eingestellt werden. Sie fährt weitgehend auf derselben Strecke wie die Regionalbuslinie 270. Diese verbindet Mundingen täglich im Stundentakt mit dem Bahnhof und der Innenstadt und fährt je nach Wochentag bis etwa 23.40 Uhr.

Durch den Wegfall von der Linie 6 sollen jährlich rund 103.000 Euro eingespart werden. Bei Veränderungen im Regionalbusverkehr will die Stadt prüfen, ob die Linie später wieder zusätzlich bestellt werden kann.

Marktplatz wird künftig busfrei

Busse sollen künftig nicht mehr durch die Fußgängerzone und über den Marktplatz fahren. Damit will die Stadt die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern.

Die Haltestelle am Marktplatz kann laut Verwaltung nicht barrierefrei ausgebaut werden. Der Höhenunterschied beim Einstieg liegt zwischen 23 und 25 Zentimetern, zudem ist dort kein Wetterschutz möglich.

Als Alternativen nennt die Stadt den Zentralen Omnibusbahnhof sowie die Haltestellen Amtsgericht und Hebelstraße. Die Fußwege zum Marktplatz liegen zwischen etwa 250 und 350 Metern.

Kleinbusse können den Marktplatz westlich umfahren. Größere Busse mit mehr als zwölf Tonnen müssen eine östliche Route nehmen. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten. Auch Regionalbusse wären von der neuen Führung betroffen.

Diese acht Haltestellen sollen wegfallen

Zusätzlich zur Haltestelle Marktplatz sollen acht weitere Haltepunkte gestrichen werden:

Linie 1:
Moltkestraße
Kollmarsreuter Straße

Linie 2:
Fritz-Boehle-Straße

Linie 3:
Rothalde 7
Rothalde 27
Schloßbergstraße
Brunnenstraße

Linie 9:
Fischermatten

Die betroffenen Haltestellen sind nicht barrierefrei und können nach Einschätzung von der Stadt teilweise auch nicht sinnvoll umgebaut werden. In der Regel befindet sich eine andere Haltestelle in einer Entfernung von weniger als 300 Metern.

Weniger Haltestellen sollen außerdem das häufige Bremsen und Anfahren reduzieren, den Verkehrsfluss verbessern und Kosten für den barrierefreien Umbau vermeiden.

Keine schweren Nachteile für Senioren erwartet

Der Senioren- und Inklusionsbeauftragte von der Stadt hält den Wegfall grundsätzlich für vertretbar. Für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen seien keine gravierenden Nachteile zu erwarten.

Zwar seien kurze Wege zur Haltestelle wichtig. Ebenso entscheidend seien jedoch barrierefreie Einstiege, zuverlässige Fahrzeiten und ein einheitlicher Standard. Weniger, dafür gut ausgebaute Haltestellen könnten den Stadtbus verlässlicher machen.

Für die Innenstadt fordert die Stellungnahme allerdings eine Stärkung von den Haltestellen Markgrafenstraße und Hebelstraße sowie barrierefreie Wege von dort ins Zentrum.

Teurere Verbesserungen vorerst vom Tisch

Weitere untersuchte Varianten enthielten zusätzliche Angebote: eine Verbindung nach Wasser, dichtere Takte auf mehreren Linien und längere Betriebszeiten nach Windenreute.

Diese Verbesserungen seien zwar wünschenswert, stünden laut Verwaltung aber nicht im Verhältnis zu den erwarteten Fahrgastzahlen und den hohen Kosten. Wegen von der angespannten Haushaltslage sollen sie deshalb nicht weiterverfolgt werden.

Nach einem Beschluss werden die genauen Fahrpläne und Umläufe ausgearbeitet. Der Fahrgastbeirat soll an der weiteren Planung beteiligt werden.

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