KREIS LÖRRACH

Lörrach: Wie an NS-Täter in der Nachbarschaft erinnern?

Wie sollen Städte und Gemeinden an Täterinnen und Täter des Nationalsozialismus aus der eigenen Nachbarschaft erinnern? Darüber diskutieren am Montag, 19. Oktober, Experten aus Forschung, Gedenkstättenarbeit und Journalismus im Dreiländermuseum Lörrach. Der Eintritt ist frei.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine kommunale Erinnerungskultur neben den Verfolgten des Nationalsozialismus auch Täter, Unterstützer und das damalige gesellschaftliche Umfeld in den Blick nehmen kann. Dabei soll es unter anderem um die Verantwortung von Menschen in Verwaltungen, Medizin, Justiz und Polizei sowie von Nachbarn gehen.

Nach Angaben der Stadt beschäftigt sich Lörrach seit Jahren mit lokalen Täterbiografien und der NS-Geschichte. Dazu gehören Ausstellungen und Publikationen des Dreiländermuseums, Straßenumbenennungen sowie Stolperschwellen an historischen Tatorten des Kreiskrankenhauses und des Amtsgerichts.

Experten aus Forschung, Gedenkstätten und Journalismus

Zu Beginn gibt Jan Merk, Leiter des Dreiländermuseums, einen kurzen Einblick in die Entwicklung der Lörracher Erinnerungsarbeit während der vergangenen 15 Jahre.

Anschließend diskutieren Dr. Alina Bothe vom Forschungsprojekt „#lastseen, Bilder der NS-Deportationen“ an der Freien Universität Berlin, Dr. Elke Gryglewski von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, taz-Journalist Klaus Hillenbrand und Julia Wolrab, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg. Moderiert wird die Diskussion von Lars Frick, Leiter des Fachbereichs Kultur und Tourismus der Stadt Lörrach.

Nach Angaben der Veranstalter soll es dabei nicht um Schuldzuweisungen gehen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Anforderungen an eine heutige kommunale Erinnerungskultur sowie die Bedeutung historischer Aufarbeitung für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit dem 86. Jahrestag der Deportation der Lörracher Jüdinnen und Juden am 22. Oktober 1940. Veranstalter sind der Fachbereich Kultur und Tourismus der Stadt Lörrach gemeinsam mit dem Dreiländermuseum und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Bild: Stadt Lörrach

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