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Lörrach: Große Drüsenameise nachgewiesen – Stadt prüft Bekämpfung

Die Große Drüsenameise ist jetzt auch in Lörrach nachgewiesen worden. Die Stadt untersucht, wie weit sich die potenziell invasive Ameisenart bereits ausgebreitet hat und wie sie auf öffentlichen Flächen bekämpft werden kann. Bürger sollen mögliche Vorkommen melden und eine Verschleppung über Pflanzen oder Erde vermeiden.

Eine Gesundheitsgefahr für Menschen besteht nach Angaben vom Umweltbundesamt nicht. Problematisch ist vielmehr die starke Ausbreitung: Die aus dem Mittelmeerraum stammende Tapinoma magnum kann große Kolonien bilden, Pflasterflächen unterhöhlen, in Gebäude eindringen und technische Anlagen beeinträchtigen.

Die Stadt tauscht sich deshalb unter anderem mit Rümmingen und Kehl aus, wo bereits Erfahrungen mit der Bekämpfung gesammelt wurden. Unterstützt wird Lörrach außerdem von Noah Hohenfeld, der im Master Ökologie in Basel studiert und die Auswirkungen der Art auf heimische Gliederfüßer erforscht.

So lässt sich ein möglicher Befall erkennen

Die schwarzen Arbeiterinnen sind etwa zwei bis fünf Millimeter groß. Auffällig können breite und stark frequentierte Ameisenstraßen sowie Sand- und Erdauswürfe an den Nesteingängen sein. Die Nester befinden sich beispielsweise unter Pflastersteinen, Gehwegen und Terrassen, in Gärten, Mauerritzen oder bei Verteilerkästen.

Beim Zerdrücken können die Tiere einen süßlich-chemischen Geruch entwickeln, der mit Aceton oder Glasreiniger verglichen wird. Eine sichere Bestimmung anhand dieser Merkmale ist allerdings nicht möglich und muss fachlich erfolgen.

Verdachtsfälle an die Stadt melden

Eine gesetzliche Meldepflicht besteht nicht. Trotzdem bittet die Stadt darum, mögliche Vorkommen per E-Mail an [email protected] mit dem Betreff „VERDACHTSFALL“ zu melden. Angegeben werden sollten Fundort und Funddatum sowie eine kurze Beschreibung. Fotos und Kontaktdaten für Rückfragen sind ebenfalls hilfreich.

Auf privaten Grundstücken sind die jeweiligen Eigentümer für Maßnahmen zuständig, auf öffentlichen städtischen Flächen die Stadt. Bei mehreren betroffenen Grundstücken empfiehlt die Verwaltung, dass sich Nachbarn untereinander abstimmen.

Welche Bekämpfungsmethode Lörrach einsetzen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben der Stadt wird derzeit häufig etwa 95 Grad heißes Wasser verwendet. Entscheidend sei dabei, die Wärme tief genug in die Nester zu bringen. Auch der Einsatz zugelassener Biozide wird von Kommunen unterschiedlich gehandhabt und kann Auswirkungen auf die heimische Tierwelt haben.

Pflanzen und Erde nicht weitertransportieren

Die Ameisen können vor allem mit Topf- und Gartenpflanzen sowie Erdmaterial verschleppt werden. Pflanzen aus möglicherweise befallenen Bereichen sollten deshalb nicht an andere Orte gebracht werden. Auch Erdmaterial und Grünschnitt sollten vor einem Transport auf Ameisen kontrolliert werden.

Die Stadt plant zwei Informationsveranstaltungen. Die erste soll im November 2026 stattfinden, eine weitere voraussichtlich im Februar 2027. Termine und Orte sollen noch bekannt gegeben werden.

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