(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Landratsamt Emmendingen (Sitzungsvorlage 2026/232)
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Dem öffentlichen Nahverkehr im Landkreis Emmendingen drohen erste Einschnitte. Wegen der angespannten Haushaltslage schlägt die Kreisverwaltung mehrere Sparmaßnahmen vor. Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember könnten Abendverbindungen auf einigen Buslinien wegfallen.
Konkret empfiehlt die Verwaltung, die Verträge mit den Gemeinden für den Abendverkehr auf sogenannten Erschließungslinien zu kündigen. Dadurch sollen jährlich rund 100.000 Euro eingespart werden. Betroffen wären die Kommunen Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Anschließend müssten die Gemeinden entscheiden, ob sie die Kosten selbst übernehmen oder der Busverkehr bereits um 20 Uhr endet.
Darüber hinaus soll der Schülerverkehr sowie der allgemeine Busverkehr weiter optimiert werden. Bereits im Haushalt 2027 sollen dadurch rund 200.000 Euro eingespart werden. Nach einer geplanten Verkehrserhebung im Jahr 2027 soll zudem ein weiteres Sparpaket für 2028 erarbeitet werden.
Hintergrund sind die stark gestiegenen Kosten im öffentlichen Nahverkehr. Der Landkreis bezuschusst den ÖPNV und die Schülerbeförderung im Jahr 2026 mit insgesamt rund neun Millionen Euro. Während der Ausbau des Bus- und Bahnangebots in den vergangenen Jahren den Nahverkehr deutlich verbessert habe, seien die Betriebskosten wesentlich stärker gestiegen als ursprünglich kalkuliert.
Größere Einschnitte wie die Streichung von Busverbindungen nach 22 Uhr oder der Wegfall einzelner Verdichterlinien stehen zwar ebenfalls zur Diskussion, werden von der Kreisverwaltung derzeit aber nicht empfohlen. Zunächst soll die für 2027 geplante Verkehrserhebung zeigen, welche Verbindungen tatsächlich genutzt werden.
Auch über neue Einnahmequellen wurde beraten. So wird der sogenannte Mobilitätspass erwähnt, mit dem Bürger oder Fahrzeughalter einen monatlichen Beitrag zur Finanzierung des Nahverkehrs zahlen würden. Die Kreisverwaltung sieht dieses Modell wegen des hohen Verwaltungsaufwands und rechtlicher Unsicherheiten jedoch kritisch.
Über die Vorschläge berät zunächst der Ausschuss für Umwelt und Technik am Montag, den 29. Juni. Die endgültige Entscheidung soll der Kreistag am 20. Juli treffen.







