Rund 250 Tonnen falsch oder illegal entsorgten Müll musste der Werkhof Lörrach nach eigener Schätzung allein 2025 beseitigen. Die Stadtverwaltung will deshalb ihre ursprünglich geplante Mehrwegoffensive deutlich ausweiten und künftig stärker gegen Einwegverpackungen, Zigarettenkippen, Kleinstmüll und illegale Ablagerungen vorgehen.
Wie groß der Aufwand bereits ist, zeigen Zahlen vom Werkhof. 2025 wurden für die Stadtreinigung rund 20.070 Arbeitsstunden geleistet. Personal, Fahrzeuge und Betrieb kosteten rund 1,5 Millionen Euro.
Hinzu kamen rund 247.000 Euro für die Entsorgung von 366 Tonnen Gewerbemüll aus öffentlichen Abfallbehältern und illegalen Ablagerungen sowie 474 Tonnen Straßenkehricht. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Entsorgungskosten für 201 Tonnen Gewerbemüll und 205 Tonnen Straßenkehricht bei rund 114.000 Euro brutto.
Werkhof könnte Reinigung zeitweise aussetzen
Mit einer ungewöhnlichen Aktion will die Verwaltung sichtbar machen, wie schnell sich Müll ansammelt. An ausgewählten Orten könnte der Werkhof für einen vorher angekündigten Zeitraum auf die übliche Reinigung verzichten. Anschließend soll gezeigt werden, wie viel Abfall liegen geblieben ist und welcher Aufwand für die Beseitigung notwendig ist.
Normalerweise leert der Werkhof rund 480 öffentliche Abfallbehälter und betreut 120 Hundekotbeutelstationen. Die Innenstadt wird täglich gereinigt. Im Bereich Reinigung und Service arbeiten 25 Beschäftigte.
Mehrweg bei Gastronomie, Märkten und Festen
Die Stadt will außerdem gemeinsam mit Gastronomie, Handel, Vereinen und Veranstaltern weniger Einwegverpackungen einsetzen. Zunächst ist eine Umfrage bei Gastronomiebetrieben geplant. Dabei soll ermittelt werden, welche Mehrwegsysteme bereits verwendet werden und wo Unterstützung benötigt wird.
Für Märkte und Feste sollen die städtischen Regeln zu Einwegverpackungen überprüft werden. Die Verwaltung prüft zudem, ob beispielsweise für den Weihnachtsmarkt geeignete Mehrwegbehälter bereitgestellt werden könnten.
Auch Müllsammelaktionen mit Schulen, Kitas, Vereinen und Unternehmen sollen unterstützt werden. Als mögliche Formate nennt die Stadt den Clean-Up-Day und eine „Aktive Mittagspause“, bei der Beschäftigte Müll in der Innenstadt sammeln.
Zigarettenkippen gesondert sammeln
Ein weiterer Schwerpunkt sind weggeworfene Zigarettenkippen. Im Gespräch sind Taschenaschenbecher, spezielle Abfallbehälter und eine trockene, getrennte Sammlung der Kippen zusammen mit einem spezialisierten Unternehmen.
Außerdem will die Verwaltung prüfen, ob die Polizeiverordnung zu Müllablagerungen angepasst werden kann und welche Möglichkeiten bestehen, Verstöße zu ahnden.
Die geplante Offensive ist als längerfristiger Prozess angelegt. Gastronomie, Handel, Vereine, Veranstalter und weitere Beteiligte sollen in die konkrete Ausarbeitung einbezogen werden.







