(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Universitätsklinikum Freiburg
Du kannst News von BreisgauLIVE bei Google jetzt ganz oben sehen (klicke hier für die Einrichtung)
Texte entstehen durch Zusammenarbeit von Mensch und KI.
Eine KI aus Freiburg soll künftig anhand von Videoaufnahmen erkennen, wie sich eine Gesichtsnervenlähmung entwickelt. Damit könnten Betroffene ihre Gesichtsfunktion perspektivisch sogar von zu Hause dokumentieren. Ärzte sollen dadurch Veränderungen besser erkennen und Behandlungen individueller anpassen können.
Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung vom Universitätsklinikum Freiburg entwickelt dafür ein videobasiertes KI-System. Das dreijährige Projekt hat ein Gesamtbudget von 1,5 Millionen Euro und wird mit 888.000 Euro über das europäische Förderprogramm „Eurostars“ unterstützt. Rund 272.000 Euro davon gehen an die Freiburger Forschungsgruppe.
KI analysiert Bewegungen im Gesicht
Bei einer Gesichtsnervenlähmung, auch Fazialisparese genannt, ist der Gesichtsnerv geschädigt oder in seiner Funktion beeinträchtigt. Dadurch können alltägliche Bewegungen wie Lächeln oder das vollständige Schließen von einem Auge eingeschränkt sein.
Bislang beurteilen Ärzte die Einschränkungen und mögliche Verbesserungen vor allem bei Untersuchungen. Laut Uniklinikum ist das zeitaufwendig und teilweise subjektiv.
Das neue System soll standardisierte Videoaufnahmen als zusätzliche Möglichkeit nutzen. Patienten führen dabei festgelegte Bewegungen mit dem Gesicht vor einer Kamera aus. Eine Künstliche Intelligenz analysiert anschließend die Aufnahmen.
Dadurch sollen auch kleinere Veränderungen besser vergleichbar werden. Ärzte könnten so die Entwicklung der Gesichtsfunktion über einen längeren Zeitraum einheitlicher beurteilen.
Verlaufskontrolle könnte auch zu Hause möglich werden
Perspektivisch sollen Betroffene die Aufnahmen selbst zu Hause erstellen können. So könnten Veränderungen auch zwischen Arztterminen dokumentiert werden.
Besonders Menschen, die weiter entfernt von einem spezialisierten Zentrum leben, könnten davon profitieren. Langfristig soll das System laut Projektleiter PD Dr. Branislav Kollár auch dabei helfen einzuschätzen, welche Patienten einen Arztbesuch oder eine Operation benötigen.
Die Technologie befindet sich allerdings noch in der Entwicklung. Sie soll die spezialisierte medizinische Diagnostik und Betreuung künftig ergänzen.
Freiburger Fazialiszentrum beteiligt
Am Anfang 2026 gegründeten Fazialiszentrum vom Universitätsklinikum Freiburg arbeiten mehrere medizinische Fachrichtungen zusammen. Dazu gehören unter anderem Plastische Chirurgie, Neurologie, Augenheilkunde, Neurochirurgie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Für die technische Entwicklung arbeitet das Freiburger Forschungsteam mit Unternehmen aus Deutschland und den Niederlanden zusammen. Beteiligt sind MEDrecord, VicarVision und medicalvalues.







