FREIBURG

Freiburg: Handwerk will Bildungsstätten neu ordnen

Sinkende Ausbildungszahlen und hoher Investitionsbedarf setzen die Bildungsstätten vom Handwerk unter Druck. Bei einem Treffen in Freiburg haben Arbeitnehmervertreter der Handwerkskammern Freiburg und Konstanz deshalb über die Zukunft der überbetrieblichen Ausbildung beraten. Die Handwerkskammer Freiburg setzt dabei auf eine stärkere Konzentration und Kooperation zwischen Bildungsstandorten.

Rund 20 ehrenamtliche Vollversammlungsmitglieder der Arbeitnehmerseite kamen dafür in der Gewerbe Akademie Freiburg zusammen. Sie besichtigten unter anderem Lehrwerkstätten für Zahntechnik, Land- und Baumaschinentechnik sowie Sanitär, Heizung und Klima.

Nach Angaben der Handwerkskammer führen der demografische Wandel und sinkende Ausbildungszahlen dazu, dass Werkstätten teilweise nicht ausreichend ausgelastet sind. Gleichzeitig bestehe erheblicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Auch die Förderfähigkeit von Bildungsangeboten könne bei einer zu geringen Auslastung gefährdet sein.

Nicht mehr jedes Gewerk an jedem Standort

Die Handwerkskammer Freiburg sieht deshalb eine Neuordnung ihrer Bildungsinfrastruktur als notwendig an. Geschäftsführerin Annette Rebmann-Schmelzer bezeichnete „Konzentration und Kooperation“ als den eingeschlagenen Weg.

Auch Silvia Grigun vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes sprach sich bei dem Treffen für eine Bündelung von Kompetenzen aus. Da Ausbildungen technisch anspruchsvoller würden, könne perspektivisch nicht jede Handwerkskammer für jedes Gewerk die notwendige Ausstattung bereitstellen.

Eine solche Bündelung müsse nach ihrer Einschätzung mit geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für Auszubildende verbunden werden.

An der Tagung nahmen neben den Arbeitnehmervertretern der beiden Handwerkskammern auch Vertreter vom DGB teil. Hintergrund des Treffens war die Frage, wie eine hochwertige überbetriebliche Ausbildung trotz sinkender Teilnehmerzahlen und notwendiger Investitionen langfristig erhalten werden kann.

Bild: Handwerkskammer Freiburg, Dennis Windrath

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