(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Universitätsklinikum Freiburg
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Nächtliches Aufwachen kann bei Menschen mit Epilepsie mehr sein als eine normale Schlafreaktion. Forscher vom Universitätsklinikum Freiburg haben festgestellt, dass sich dahinter bislang oft unerkannte Epilepsie-Anfälle verbergen können. Das könnte Auswirkungen auf Diagnostik und Behandlung haben.

Untersucht wurden Daten von 20 Patienten mit schwer behandelbarer fokaler Epilepsie. Insgesamt zeichneten die Forschenden 507 Anfälle auf. 133 davon waren sogenannte epileptische Arousals – also durch epileptische Aktivität ausgelöste kurze Wachreaktionen.

Besonders auffällig: Bei 89 dieser 133 Ereignisse zeigte das übliche EEG an der Kopfhaut kein erkennbares Anfallsmuster. Das entspricht 66,9 Prozent. Erst Elektroden direkt im Gehirn machten die epileptische Aktivität sichtbar.

Anfall sieht wie normales Aufwachen aus

Epileptische Arousals sind schwer zu erkennen. Betroffene wachen beispielsweise kurz auf, bewegen sich im Bett und schlafen anschließend wieder ein. Typische Anzeichen wie Verkrampfungen fehlen.

Für Betroffene oder andere Personen kann das deshalb wie gewöhnliches nächtliches Erwachen aussehen. In der aktuellen internationalen Klassifikation von epileptischen Anfällen werden solche Arousals laut Uniklinikum bislang nicht als eigener Anfallstyp geführt.

Wenn diese Wachreaktionen regelmäßig auftreten, könnte die tatsächliche Zahl der Anfälle unterschätzt werden. Laut den Forschenden können häufige Mikroweckreaktionen zudem den Schlaf beeinträchtigen, starke Tagesmüdigkeit verursachen und die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Erkenntnisse könnten bei Operationen helfen

Die Entdeckung könnte auch für die Behandlung von schwerer Epilepsie wichtig werden. Vor einer Operation versuchen Ärzte möglichst genau herauszufinden, in welchen Bereichen vom Gehirn die Anfälle entstehen.

Bei den untersuchten Patienten überschnitten sich die Ursprungsgebiete der epileptischen Arousals nur teilweise mit denen anderer Anfallsformen. Werden diese nächtlichen Ereignisse nicht erkannt, könnten deshalb für die Epilepsie relevante Hirnregionen übersehen werden.

Eine mögliche Hilfe bei der zukünftigen Erkennung könnte die Herzfrequenz sein. Nach epileptisch bedingtem Erwachen veränderte sie sich laut Studie stärker und unterschiedlicher als nach normalem Erwachen. Daraus könnten künftig Verfahren entstehen, die solche Anfälle ohne Elektroden direkt im Gehirn erkennen.

Die Forschenden weisen allerdings auf Grenzen der Untersuchung hin: Analysiert wurde eine kleine Gruppe von 20 Patienten mit schwer behandelbarer fokaler Epilepsie. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht automatisch auf alle Menschen mit Epilepsie übertragen. Weitere Studien sollen das nun untersuchen.

Die Ergebnisse wurden am 19. August in der Fachzeitschrift „Epilepsia“ veröffentlicht.

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