FREIBURG

Freiburg: 1.620 Reinigungskräfte warten auf höhere Löhne

Rund 1.620 Beschäftigte in der Gebäudereinigung in Freiburg sind von einem laufenden Tarifstreit betroffen. Die Gewerkschaft IG BAU fordert zwei Euro mehr Stundenlohn. Die Arbeitgeber bieten nach Gewerkschaftsangaben bislang eine deutlich geringere Erhöhung an. Am Dienstag, 3. November 2026, gehen die Verhandlungen in die nächste Runde.

Die IG BAU Südbaden kritisiert, dass die Arbeitgeber bisher kein ausreichendes Angebot vorgelegt hätten.

Gewerkschaft fordert 17 Euro pro Stunde

Der aktuelle Stundenlohn in der Gebäudereinigung liegt laut IG BAU bei 15 Euro. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung auf 17 Euro.

Nach ihren Angaben sieht das bisherige Arbeitgeberangebot erst ab Mai 2027 eine Lohnerhöhung um 1,8 Prozent vor. Das entspräche beim derzeitigen Stundenlohn 27 Cent mehr pro Stunde.

Die Gewerkschaft hält das für unzureichend. Die Erhöhung würde aus ihrer Sicht nicht einmal die Inflation ausgleichen.

IG BAU warnt vor Abwanderung von Beschäftigten

Petra Harich, Vorsitzende der IG BAU Südbaden, verweist auf die körperlich anstrengende Arbeit und die häufig sehr frühen Arbeitszeiten in der Gebäudereinigung.

Sie argumentiert, dass der Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn zu gering werde. Nach Angaben der Gewerkschaft soll dieser ab Januar 2027 bei 14,60 Euro pro Stunde liegen. Bei einem Stundenlohn von 15 Euro wären das nur noch 40 Cent Unterschied.

Harich warnt, dass Reinigungskräfte bei ausbleibenden Lohnerhöhungen in andere Berufe wechseln könnten. Das würde die Betriebe angesichts des Personalmangels zusätzlich belasten.

Nach Angaben der Gewerkschaft gibt es in Freiburg 97 Gebäudereinigungsunternehmen.

Nächste Tarifrunde am 3. November

Am Dienstag, 3. November, treffen sich die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zur dritten Verhandlungsrunde.

Ob sich beide Seiten auf einen neuen Tarifabschluss einigen können, ist offen.

Die Angaben zu den bisherigen Verhandlungen und zum Arbeitgeberangebot stammen von der IG BAU. Eine Stellungnahme der Arbeitgeberseite liegt in der vorliegenden Mitteilung nicht vor.

Bild: IG BAU, Tobias Seifert

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