KREIS EMMENDINGEN

Emmendingen: Berufsschulzentrum soll deutlich wachsen

Für das Berufsschulzentrum Emmendingen zeichnet sich eine langfristige Erweiterung mit neuem Schulgebäude, Mensa, neuen Räumen für die Hauswirtschaft und einer Tiefgarage ab. Dafür möchte der Landkreis ein städtisches Grundstück an der Jahnstraße vollständig übernehmen. Im Gegenzug könnte die Stadt ein bisher vom Kreis für Flüchtlingsunterkünfte genutztes Grundstück erhalten und dort perspektivisch sozialen oder bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Über das weitere Vorgehen entscheidet der Kreistag am Montag, 12. Oktober. Die Verwaltung schlägt vor, eine fortgeschriebene Machbarkeitsstudie als Masterplan für die weitere Entwicklung des Berufsschulzentrums zu beschließen. Gleichzeitig soll der Landkreis die endgültigen Bedingungen des geplanten Grundstückstauschs mit der Stadt Emmendingen aushandeln.

Konkret geht es um das städtische Grundstück 760 an der Jahnstraße, die Restfläche der ehemaligen Südwest-Rohstoffe. Nach der neuen Machbarkeitsstudie benötigt der Landkreis die gesamte Fläche, um das Berufsschulzentrum langfristig weiterentwickeln zu können.

Neues Schulgebäude mit Mensa und Tiefgarage

Auf dem Gelände sieht der Masterplan einen Schulneubau mit Mensa und Ersatzräumen für die Hauswirtschaftsschule vor. Zusätzlich sollen eine Tiefgarage und oberirdische Stellplätze entstehen.

Das bisherige Hauswirtschaftsgebäude stammt aus den frühen 1980er Jahren. Eine gesonderte Vergleichsstudie kommt nach Angaben der Kreisverwaltung bereits vor ihrer endgültigen Fertigstellung zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre.

Der geplante Neubau hätte für den Landkreis einen weiteren Vorteil: Die bestehende Hauswirtschaftsschule könnte während der Bauarbeiten weiter genutzt werden. Teure Übergangslösungen wie Unterrichtsräume in Containern wären damit nicht erforderlich.

Nach Fertigstellung des Neubaus soll das alte Hauswirtschaftsgebäude abgerissen werden. Auf der frei werdenden Fläche könnten anschließend die ebenfalls aus den 1980er Jahren stammenden Werkstätten der GHSE neu gebaut werden. Weitere Erweiterungsflächen stehen dem Berufsschulzentrum nach Angaben der Kreisverwaltung nicht zur Verfügung.

Grundstückstausch könnte Wohnraum ermöglichen

Im Gegenzug für die Fläche an der Jahnstraße soll die Stadt das kreiseigene Grundstück 776 erhalten. Dort befinden sich derzeit die Flüchtlingsunterkünfte Weinstockstraße 17 und 19. Weil dem Landkreis inzwischen deutlich weniger Geflüchtete zugewiesen werden, geht die Verwaltung davon aus, auf diese Unterkünfte verzichten zu können.

Die Stadt Emmendingen oder eine ihrer Beteiligungen könnte auf dem Grundstück nach Darstellung des Landkreises sozialen beziehungsweise bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Da das vom Landkreis benötigte städtische Grundstück größer ist als die Tauschfläche, soll der Landkreis zusätzlich einen finanziellen Wertausgleich leisten. Dessen Höhe steht in der Sitzungsvorlage noch nicht fest. Für die Wertermittlung soll der aktuelle Bodenrichtwert zugrunde gelegt werden. Der notwendige Betrag soll im Entwurf für den Kreishaushalt 2027 berücksichtigt werden.

Parkhausplanung bekommt neue Ausgangslage

Die ursprüngliche Planung für das Berufsschulzentrum war von anderen Voraussetzungen ausgegangen. Noch im Juli 2025 hatte der Kreistag beschlossen, an der Weinstockstraße ein Parkhaus zu errichten. Gegen dieses Vorhaben richtete sich anschließend eine Petition der Bürgerinitiative „Stadtgrün statt Parkhausgrau“.

Durch die inzwischen mögliche Grundstückslösung und die Einbeziehung der gesamten Fläche an der Jahnstraße ergibt sich eine neue Entwicklungsoption. Der fortgeschriebene Masterplan sieht die Lösung des Stellplatzbedarfs nun unter anderem über eine Tiefgarage vor.

Nach Angaben der Kreisverwaltung wurde die neue Planung bereits Vertretern der Stadt Emmendingen vorgestellt und positiv aufgenommen. Auch der Technische Ausschuss der Stadt nahm die Ergebnisse im September zustimmend zur Kenntnis.

Mit dem Masterplan möchte der Landkreis langfristige Entwicklungsmöglichkeiten für die Gewerblich-Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen und die Carl-Helbing-Schule sichern. Die endgültigen Bedingungen eines Grundstückstauschs müssten nach weiteren Verhandlungen erneut den zuständigen politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden.

Bild: Marcel Hiller, HILLER MEDIA

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