Die Sporthalle an der Stuttgarter Straße in Denzlingen soll für voraussichtlich 7,9 Millionen Euro umfassend saniert und modernisiert werden. Die Gemeinde will dafür Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragen. Über die Teilnahme am Förderprogramm berät der Gemeinderat am Dienstag, den 6. Oktober.
Die Verwaltung schlägt vor, dass der Gemeinderat der Verbandsversammlung die Teilnahme am Förderprogramm empfiehlt. Das Vorhaben soll als Projekt vom Gemeindeverwaltungsverband umgesetzt werden.
Die 1980 gebaute Sporthalle besteht im Kern aus einer Dreifeldhalle mit Zuschauertribüne. Nach Angaben der Verwaltung wurden in den vergangenen Jahren notwendige Reparaturen und kleinere Teilsanierungen vorgenommen. Eine umfassende energetische und brandschutztechnische Sanierung gab es bislang jedoch nicht.
Nach mehr als 40 Jahren Nutzungsdauer hält die Verwaltung eine grundlegende Modernisierung für erforderlich. Im Sanierungsfahrplan vom Gemeindeverwaltungsverband sei die Maßnahme wegen fehlender Haushaltsmittel mehrfach verschoben worden.
Das soll an der Sporthalle erneuert werden
Geplant ist eine umfangreiche energetische Sanierung der Gebäudehülle. Dazu gehören das Flachdach sowie der Austausch von Oberlichtern und Fenstern. Auch die Sichtbetonfassade soll saniert werden.
Weitere Arbeiten betreffen die Umkleide- und Sanitärräume, die Lüftungsanlage sowie Elektro- und Gebäudeleittechnik. Zudem sollen der Sportboden und der Bodenbelag auf der Zuschauertribüne erneuert werden.
Auch die Barrierefreiheit soll verbessert werden. Vorgesehen sind ein barrierefreier Zugang zur Zuschauertribüne und eine barrierefreie Toilettenanlage.
Die Sporthalle soll außerdem an das künftige Nahwärmenetz angeschlossen werden. Dieses befindet sich laut Vorlage bereits im Ausbau und soll bis zum Winter 2027/2028 in Betrieb gehen. Bei der energetischen Sanierung strebt der Verband den Standard „Effizienzhaus 70 (EnEV 2016)“ an.
Sanierung könnte mehrere Jahre dauern
Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Bewerbung für das Förderprogramm im Januar beziehungsweise Frühjahr 2027 erfolgen. Ebenfalls 2027 sind die Vergabe der Ingenieurleistungen und der Beginn der Planungsphase vorgesehen.
Die eigentlichen Bauarbeiten könnten 2028 beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet die Verwaltung 2029 oder 2030.
Eine Sanierung in zwei Bauabschnitten wäre laut Vorlage grundsätzlich denkbar, aus Sicht der Nutzer allerdings nicht ideal. Nach aktuellem Stand hält die Verwaltung während der Bauzeit eine Interimslösung für unvermeidbar. Wie diese aussehen könnte, geht aus der Vorlage nicht hervor.
Kosten werden auf 7,9 Millionen Euro geschätzt
Eine erste Grobkostenschätzung vom September 2026 beziffert die Sanierung auf brutto 7,9 Millionen Euro. Die entsprechenden Mittel wurden laut Vorlage für die Haushaltsplanung 2027 und die langfristige Finanzplanung bis 2029 beim Gemeindeverwaltungsverband angemeldet.
Die Gemeinde Denzlingen muss die Kosten entsprechend der Schulbaukostenvereinbarung anteilig tragen. Auch im Denzlinger Haushalt sollen deshalb entsprechende Mittel berücksichtigt werden.
Wie hoch eine mögliche Förderung tatsächlich ausfällt, steht noch nicht fest. Die Verwaltung erwartet im Herbst 2026 einen weiteren Projektaufruf für das Bundesprogramm mit einem Volumen von erneut 333 Millionen Euro. In der vorherigen Förderrunde waren laut Vorlage Zuschüsse von bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten vorgesehen. Die Bedingungen für die neue Runde sind nach Angaben der Verwaltung noch nicht bekannt.
Mensa kann nicht wie untersucht erweitert werden
Parallel zur geplanten Sanierung hatte die Verwaltung geprüft, unter welchen Voraussetzungen der bestehende Mensabetrieb im Erdgeschoss der Sporthalle integriert werden könnte.
Dabei gibt es laut Vorlage ein Platzproblem: Eine 2025 verlegte Trasse mit Nahwärme-, Strom- und Glasfaserleitungen verläuft in einem Abstand von etwa fünf Metern zur Süd- und Westfassade.
Dieser Abstand schränkt einen Erweiterungsbau nach Angaben vom Bauamt so stark ein, dass die benötigte Fläche für einen zukünftigen Mensabetrieb dort nicht realisiert werden kann.
Entscheidung steht noch aus
Der Gemeinderat beschäftigt sich am 6. Oktober mit dem Vorhaben. Zur Abstimmung steht zunächst die Empfehlung an die Verbandsversammlung, am Förderprogramm teilzunehmen und die Sanierung als Projekt vom Gemeindeverwaltungsverband umzusetzen.
Damit ist die 7,9 Millionen Euro teure Sanierung auf Grundlage der vorliegenden Beschlussvorlage noch nicht abschließend beschlossen. Auch die tatsächliche Höhe einer möglichen Bundesförderung steht noch nicht fest.







