KREIS EMMENDINGEN

550 Einsatzkräfte üben Katastrophen im Kreis Emmendingen

Waldbrände, ein Chemieunfall, zahlreiche Verletzte und eine drohende Trinkwasserknappheit: Mehr als 550 Einsatzkräfte haben am Samstag im Landkreis Emmendingen den Ernstfall geprobt. Bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung mussten Feuerwehren und Hilfsorganisationen insgesamt neun unterschiedliche Szenarien bewältigen.

Beteiligt waren zahlreiche Feuerwehren, das Deutsche Rote Kreuz, die DLRG, die Bergwacht und das Technische Hilfswerk. Die Koordination übernahm der Führungsstab des Landkreises Emmendingen. Dort arbeiteten unter anderem Feuerwehr, Amt für Brand- und Katastrophenschutz sowie Fachberater von THW und DRK und Verbindungsoffiziere der Bundeswehr zusammen.

Ziel war es, insbesondere die Zusammenarbeit und Kommunikation bei großen und länger andauernden Schadenslagen zu trainieren.

Waldbrände in Elzach und Simonswald angenommen

Der Übungstag begann früh. Bereits gegen 6 Uhr wurden erste Kräfte zu einer angenommenen Großschadenslage im Landkreis Konstanz alarmiert. Vorsorglich wurde auch der Führungsstab im Landkreis Emmendingen aktiviert.

Gegen 7 Uhr folgten zwei simulierte größere Waldbrände in Elzach und Simonswald. Mehrere Feuerwehren wurden insbesondere für die Löschwasserversorgung angefordert.

Drohnengruppen der Feuerwehr Waldkirch und der Bergwacht lieferten Luftbilder. Diese wurden auch live in den Stabsraum übertragen und dort zur Beurteilung der angenommenen Lage genutzt.

Mehr als 40 Menschen bei Übung am ZfP betroffen

Ein weiterer Schwerpunkt lag beim Haus Tecum des Zentrums für Psychiatrie in Emmendingen. Dort wurde ein Kellerbrand angenommen.

Mehr als 40 Menschen galten im Übungsszenario als verletzt oder transportbedürftig. Die Einsatzkräfte trainierten ihre Rettung und Versorgung sowie den Transport zum Krankenhaus Emmendingen und zum ZfP.

Nach den simulierten Löscharbeiten übernahm das THW eine weitere Aufgabe: Mit einem Stromaggregat mit einer Leistung von 175 kVA wurde die Stromversorgung des Gebäudes sichergestellt.

Bootsunglück auf dem Rhein und Gefahrstoffaustritt

In Weisweil wurde unterdessen die Kollision eines Bootes mit anschließendem Brand auf dem Rhein simuliert. Feuerwehren und DLRG rückten mit Booten und Wasserrettungseinheiten aus.

Zwei Menschen wurden im Szenario am Ufer gefunden, sieben weitere mussten aus dem Boot und dem Wasser gerettet werden.

Am Mittag folgte in einem Betrieb in Wyhl eine weitere Übungslage. Aus einem zunächst angenommenen Brandmeldealarm entwickelte sich ein simulierter Gefahrstoffaustritt. Die Gefahrstoffzüge des Landkreises und zahlreiche DRK-Kräfte wurden hinzugezogen.

Trinkwasserknappheit ebenfalls durchgespielt

Auch ein Szenario ohne Feuer oder Unfall gehörte zum Übungstag. Aufgrund einer angenommenen länger anhaltenden Trockenheit drohte in mehreren Bereichen des Landkreises eine Trinkwasserknappheit.

Der Führungsstab erarbeitete gemeinsam mit Fachberatern von DRK und THW Möglichkeiten, wie in einer solchen Situation die Versorgung der Bevölkerung und von Nutztieren sichergestellt werden könnte. Dabei ging es insbesondere um Trinkwasseraufbereitungsanlagen und mögliche Transportwege.

Zusätzlich wurden die Hauptübungen der Feuerwehren Sexau, Vörstetten und Winden im Elztal in den kreisweiten Übungstag eingebunden.

Ergebnisse fließen in Katastrophenschutzplanung ein

Für den Führungsstab endete die Übung gegen 16 Uhr. Trainiert wurden neben den einzelnen Schadenslagen unter anderem die Anforderung überörtlicher Hilfe, die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Stellen und die Arbeit des Stabes über einen längeren Zeitraum. Auch Schichtwechsel wurden erprobt.

Die Erkenntnisse aus dem Übungstag werden nun ausgewertet. Sie sollen dazu dienen, Abläufe und mögliche Verbesserungen zu identifizieren und anschließend in die weitere Katastrophenschutzplanung des Landkreises Emmendingen einzufließen.

Bild: Landratsamt Emmendingen

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