Fahrgäste der SWEG müssen sich am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. November 2026, in mehreren Regionen Südbadens auf mögliche Busausfälle einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat Beschäftigte an sieben Standorten zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen.
Betroffen sind die SWEG-Standorte Lahr, Schutterwald, Kehl, Endingen, Emmendingen, Weil am Rhein und Müllheim. Welche Buslinien und Fahrten konkret ausfallen werden, geht aus der Gewerkschaftsmitteilung nicht hervor.
Streit um Kündigungsschutz und Gehälter
Es ist bereits der fünfte Warnstreik in dem Tarifkonflikt. Ver.di fordert von der SWEG Verhandlungen über einen besseren Schutz der Beschäftigten bei betriebsbedingten Kündigungen.
Hintergrund sind Neuausschreibungen von Buslinien. Die Gewerkschaft befürchtet, dass Fahrerinnen und Fahrer bei einem Wechsel in neu gegründete Busunternehmen bisherige tarifliche Ansprüche verlieren könnten.
Nach Angaben von ver.di sind rund 500 Beschäftigte in mehreren SWEG-Busbetrieben von den geplanten Veränderungen betroffen, unter anderem in Weil am Rhein, Lahr und Offenburg.
Die Gewerkschaft fordert einen Tarifsozialplan. Dieser soll für Beschäftigte, die eine betriebsbedingte Kündigung erhalten, eine Abfindung von 8.000 Euro pro Beschäftigungsjahr sowie 30.000 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen vorsehen.
Ver.di wirft der SWEG vor, Verhandlungen über einen solchen Schutz abzulehnen. Die Gewerkschaft weist zugleich die Arbeitgeberposition zurück, wonach diese Fragen nicht tarifvertraglich geregelt werden könnten.
Auch bundesweite Tarifverhandlungen festgefahren
Zusätzlich geht es bei den Warnstreiks um die bundesweiten Verhandlungen zum Eisenbahntarifvertrag, der auch für Beschäftigte im Busverkehr gilt.
Ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Monatsgehalt, 100 Euro zusätzlich für Auszubildende und eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro für Gewerkschaftsmitglieder. Vorgesehen ist eine Laufzeit von zwölf Monaten.
Das bisherige Arbeitgeberangebot sieht nach Gewerkschaftsangaben bei 26 Monaten Laufzeit eine Einmalzahlung von 270 Euro sowie Gehaltserhöhungen von drei Prozent ab Dezember 2026 und weiteren zwei Prozent ab Januar 2028 vor.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. November geplant.
Fahrgäste sollten Verbindungen prüfen
Die angekündigten Arbeitsniederlegungen betreffen mehrere SWEG-Busbetriebe in der Ortenau, im Landkreis Emmendingen sowie in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach.
Fahrgäste sollten sich vor ihrer Fahrt über mögliche Einschränkungen informieren. Eine konkrete Liste betroffener Linien liegt in der Mitteilung von ver.di nicht vor.
Bereits vom 2. bis 4. November wird an den SWEG-Standorten Wiesloch und Sinsheim gestreikt. In Dörzbach und Lauda sind Arbeitsniederlegungen für den 2. und 3. November angekündigt. Auch Gammertingen wird am 5. und 6. November bestreikt.

