Denzlingen will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Geplant sind bis zu 40 Wohnungen und eine mögliche Umnutzung des AWO-Seniorenzentrums. Der Gemeinderat berät darüber am Dienstag.
Denzlingen will mehr bezahlbare Wohnungen schaffen
Bis zu 40 neue Wohnungen und eine neue Zukunft für das bisherige AWO-Seniorenzentrum: Die Gemeinde Denzlingen will stärker in den eigenen Wohnungsbau einsteigen. Dabei stehen zwei Standorte im Mittelpunkt. Neben einem Neubaugebiet könnte auch das heutige Seniorenzentrum künftig für bezahlbares Wohnen genutzt werden. Über die weitere Planung berät der Gemeinderat am Dienstag, 20. Oktober.
Mit eigenen Mietwohnungen will die Gemeinde langfristig mehr Einfluss auf das Wohnungsangebot nehmen und insbesondere sozial geförderten Wohnraum schaffen. Dafür hat die Verwaltung drei mögliche Standorte untersucht.
Bis zu 40 Wohnungen bei „Unterm Heidach“
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet „Unterm Heidach“ direkt neben dem Kultur- und Bürgerhaus.
Auf einem bislang landwirtschaftlich genutzten Grundstück könnten bis zu 40 Wohnungen mit einer durchschnittlichen Fläche von 75 Quadratmetern entstehen. Denkbar ist außerdem eine Kindertagesstätte im Erdgeschoss.
Auf einem benachbarten Grundstück ist ein neues Seniorenzentrum vorgesehen. Das würde zugleich die Voraussetzung dafür schaffen, den bisherigen Standort an der Leipziger Straße anders zu nutzen.
Aus dem AWO-Seniorenzentrum könnte ein Wohnquartier werden
Das heutige AWO-Seniorenzentrum im Wohngebiet „Grüner Weg“ gehört der Gemeinde Denzlingen. Die älteren Gebäude sind sanierungsbedürftig. Ein Abriss soll nach Möglichkeit vermieden werden.
Stattdessen prüft die Verwaltung, wie der Gebäudekomplex nach einem Umzug des Seniorenzentrums weitergenutzt werden könnte.
Nach Angaben der Gemeinde gibt es dort bereits 101 kleinere Wohneinheiten: 55 im älteren Gebäudeteil und 46 im östlichen Anbau. Sie sind zwischen 28 und 48 Quadratmeter groß und könnten grundsätzlich für Ein- oder Zweipersonenhaushalte umgenutzt werden.
Ob und wie viele dieser Einheiten tatsächlich zu regulären Mietwohnungen werden können, ist noch offen. Dafür müssen zunächst die baulichen Möglichkeiten, der Sanierungsbedarf und die Kosten untersucht werden.
Auch ein neuer Treffpunkt für das Wohngebiet ist denkbar
Die Gemeinde denkt bei der Nachnutzung nicht nur an Wohnungen. Gemeinschaftsflächen im Erd- und Untergeschoss könnten künftig Platz für Vereine, soziale Einrichtungen und andere Angebote bieten.
Auch Räume für das Secondhandkaufhaus Fairkauf, kleinere Gewerbebetriebe oder kreative Projekte werden geprüft.
So könnte aus dem bisherigen Seniorenzentrum ein Quartierstreffpunkt für das Wohngebiet „Grüner Weg“ entstehen.
Erste Ideen dazu haben drei Studierende der Technischen Universität München im Wintersemester 2025/26 entwickelt. Die Gemeinde hat darauf aufbauend eine Machbarkeitsstudie erstellt. Im kommenden Wintersemester sollen weitere Nutzungsmöglichkeiten untersucht werden.
Neubaugebiet Käppelematten zunächst nicht im Fokus
Als dritter Standort wurde das Neubaugebiet „Käppelematten“ betrachtet. Dort wären auf geeigneten Grundstücken jeweils etwa neun bis zwölf Wohnungen möglich.
Die Verwaltung empfiehlt jedoch, zunächst den bisherigen Gebäudebestand des Seniorenzentrums und das Gebiet „Unterm Heidach“ weiterzuentwickeln.
Für das Seniorenzentrum soll der Gemeinderat die weitere Ausarbeitung eines Umnutzungskonzepts ermöglichen. Außerdem ist vorgesehen, im Jahr 2027 drei Planungsbüros mit Entwurfsarbeiten zu beauftragen.
Für den kommunalen Wohnungsbau soll die Verwaltung ein konkretes Konzept mit Kostenberechnung erstellen und mögliche Fördermittel prüfen.
Eine endgültige Bauentscheidung ist damit noch nicht verbunden. Auch die Finanzierung, die genaue Zahl der Wohnungen und der Zeitplan stehen noch nicht fest. Die Umnutzung des bisherigen Seniorenzentrums wäre erst nach dessen Verlagerung möglich.

