Wie lassen sich Bahnstrecken, Straßen und andere Infrastrukturprojekte mit dem Schutz von Lebensräumen verbinden? Darüber haben Vertreter aus Deutschland und der Schweiz bei der Hochrheinkonferenz in Rheinfelden (Baden) beraten. Im Mittelpunkt standen grenzüberschreitende Biotopverbundachsen entlang des Hochrheins.
Bei der Konferenz am Donnerstag, 15. Oktober, wurden mehrere laufende und geplante Infrastrukturprojekte betrachtet. Dazu gehören die Hochrheinbahn, die geplante A98 und eine Grünbrücke im schweizerischen Zeiningen.
Hochrheinbahn und A98 im Fokus
Die DB InfraGO stellte Maßnahmen zur Vernetzung von Lebensräumen im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Elektrifizierung der Hochrheinbahn vor.
Auch der geplante vierstreifige Ausbau der A98 war Thema. Die für das Projekt zuständige DEGES präsentierte ihr Vernetzungskonzept für den geplanten Autobahnverlauf. Welche konkreten Maßnahmen daraus umgesetzt werden und wann dies geschieht, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Von Schweizer Seite stellten das Bundesamt für Strassen und der Kanton Aargau die geplante Grünbrücke in Zeiningen vor. Das Schweizer Bundesamt für Verkehr präsentierte außerdem ein Rahmenkonzept, das Bahntrassen für Tiere durchlässiger machen soll.
Gemeinsames Papier für den Hochrhein
Fachleute aus beiden Ländern haben zudem ein Thesenpapier zur grenzüberschreitenden Biotopvernetzung erarbeitet. Darin werden Handlungsfelder und mögliche Lösungswege für den Hochrhein beschrieben. Einzelheiten zu den darin enthaltenen Forderungen oder Maßnahmen nennt die Mitteilung nicht.
Neben dem Naturschutz ging es um weitere grenzüberschreitende Projekte. Genannt wurden ein flächendeckendes Bike-Sharing-Angebot sowie Busverbindungen, die Bahnstrecken auf beiden Seiten des Rheins miteinander verknüpfen und das Sisslerfeld erschließen sollen. Auch das Buslinienbündel Hochrhein mit dem Stadtverkehr Rheinfelden war Thema.
24 Städte und Gemeinden beteiligt
Grundlage der Zusammenarbeit ist das Raumkonzept Hochrhein. Daran sind der Verein Agglo Basel sowie 24 Städte und Gemeinden auf deutscher und schweizerischer Seite beteiligt.
Die Hochrheinkonferenz findet jährlich statt. Die nächste Ausgabe ist für den 20. Oktober 2027 in Rheinfelden in der Schweiz vorgesehen.

