Vom Nachfolger Christian Streichs zum Europapokal-Finalisten: Julian Schuster hat mit dem SC Freiburg in gut zwei Jahren mehrere sportliche Erfolge erreicht. Am Donnerstagabend steht der 41-Jährige vor seinem 100. Pflichtspiel als Cheftrainer. Das Jubiläum fällt mit dem ersten Auftritt des Vereins in der UEFA Conference League gegen FK Jablonec zusammen.
Als Schuster im Sommer 2024 die Mannschaft übernahm, endete beim SC eine lange Ära. Christian Streich hatte die Freiburger zwölf Jahre lang trainiert. Schuster war dagegen zuvor noch nie Cheftrainer einer Profimannschaft gewesen. Den Verein kannte er allerdings seit vielen Jahren.
Von 2008 bis 2018 spielte er für den SC Freiburg, sieben Spielzeiten davon als Kapitän. Nach seiner aktiven Karriere blieb er dem Verein erhalten und arbeitete unter anderem als Verbindungstrainer. 2024 erwarb er die höchste Trainerlizenz im europäischen Fußball.
Der Einstieg als Cheftrainer gelang. In seiner ersten Saison 2024/25 führte Schuster den SC auf Platz fünf der Bundesliga. Damit qualifizierten sich die Freiburger für die Europa League. Die Teilnahme an der Champions League verpasste die Mannschaft nur knapp.
Auch außerhalb des Vereins wurde Schusters Arbeit anerkannt. Im August 2025 wählten ihn Sportjournalisten zu Deutschlands Trainer des Jahres. Er erhielt 97 von 633 Stimmen und lag damit vor allen anderen Kandidaten.
Der SC setzte früh auf Kontinuität. Bereits im Juli 2025 verlängerte der Verein die Zusammenarbeit mit Schuster und Teilen seines Trainerteams.
In der Saison 2025/26 folgten weitere sportliche Erfolge. Freiburg erreichte das Halbfinale im DFB-Pokal und stand erstmals in seiner Vereinsgeschichte in einem europäischen Endspiel. Das Europa-League-Finale in Istanbul ging verloren. In der Bundesliga beendete der SC die Saison auf dem siebten Tabellenplatz.
Auch die dritte Saison unter Schuster begann erfolgreich. Nach fünf Bundesliga-Spieltagen führt Freiburg die Tabelle an. Wettbewerbsübergreifend ist die Mannschaft nach acht Pflichtspielen noch ungeschlagen. Über die Play-offs gegen Motherwell qualifizierte sich der SC für die Conference League.
Damit hat Schuster den Verein bereits durch mehrere unterschiedliche Wettbewerbe geführt. Zu den Ergebnissen seiner bisherigen Amtszeit gehören zwei Europapokal-Qualifikationen, ein internationales Finale, ein DFB-Pokal-Halbfinale und die Auszeichnung als Trainer des Jahres.
Schusters bisheriger Weg steht zugleich für einen Trainerwechsel, bei dem der Verein auf eine interne Lösung setzte. Aus dem langjährigen Spieler und späteren Mitarbeiter des Trainerteams wurde der Nachfolger eines Trainers, der den SC über mehr als ein Jahrzehnt geprägt hatte.
Sein 100. Pflichtspiel bestreitet Schuster am Donnerstag um 21 Uhr gegen den tschechischen FK Jablonec im Europa-Park Stadion. Für den SC beginnt damit die Ligaphase der Conference League.
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort (Archivbild)

