Schopfheim reagiert auf eine deutliche Verschlechterung seiner Haushaltslage: Noch im laufenden Jahr sollen Ausgaben in zahlreichen Bereichen um insgesamt 856.500 Euro reduziert werden. Damit kann die Stadt einen Großteil des erwarteten zusätzlichen Defizits auffangen. Eine Lücke von 330.447 Euro bleibt nach der aktuellen Berechnung allerdings bestehen.
Über die vorgeschlagenen Budgetkürzungen entscheidet der Gemeinderat am Montag, 12. Oktober.
Nach der aktuellen Prognose verschlechtert sich Schopfheims Ergebnishaushalt 2026 gegenüber der bisherigen Planung um insgesamt 1.186.947 Euro. Bereits im Juni hatte die Verwaltung auf ein höheres Defizit hingewiesen. Der zwischenzeitliche Budgetbericht hat diese Entwicklung bestätigt.
Weniger Gewerbesteuer und höhere Kita-Kosten
Einen wesentlichen Anteil daran haben geringere Einnahmen. Bei der Gewerbesteuer werden laut Vorlage 743.000 Euro weniger erwartet. Gleichzeitig rechnet die Stadt unter anderem mit 165.000 Euro zusätzlichen Einnahmen aus der Grundsteuer A und B, 45.000 Euro aus der Konzessionsabgabe und 110.000 Euro höheren Zinserträgen.
Unter dem Strich ergeben sich bei den allgemeinen Deckungsmitteln laut Verwaltung Mindererträge von 613.000 Euro. Hinzu kommen Mehraufwendungen von 58.947 Euro.
Besonders stark schlagen außerdem die Kindertagesstätten zu Buche. Für Betriebskostennachzahlungen werden zusätzlich 515.000 Euro benötigt.
Stadt sucht Einsparungen in vielen Bereichen
Um die Verschlechterung abzufedern, wurden die Budgetverantwortlichen innerhalb der Verwaltung aufgefordert, Einsparmöglichkeiten zu benennen. Daraus entstand ein Paket über insgesamt 856.500 Euro.
Allein 270.000 Euro sollen im Gesamthaushalt eingespart werden. Davon entfallen 70.000 Euro auf geringere Personalaufwendungen und 200.000 Euro auf weniger Aufwendungen für Bauhofleistungen.
Weitere 415.900 Euro sollen im ersten Teilhaushalt eingespart werden. Der größte einzelne Betrag entfällt mit 250.000 Euro auf das Gebäudemanagement. Daneben sind unter anderem Kürzungen beim Bauunterhalt, bei Verkehrsplanung, Sportstätten, Straßen, Winterdienst, öffentlichen Gewässern sowie Umweltschutz und Klimaanpassung vorgesehen.
Auch Museum, Bibliothek und Jugendpflege betroffen
Im zweiten Teilhaushalt summieren sich die vorgesehenen Einsparungen auf weitere 170.600 Euro. Betroffen sind zahlreiche kleinere Budgets.
Genannt werden unter anderem Schulen und Kitas, Brandschutz, Bürgerservice, Museum, Bibliothek, soziale Einrichtungen, Stadtjugendpflege, Friedhofs- und Bestattungswesen, Parkierungseinrichtungen, Stadtwald und Wirtschaftsförderung.
Auch innerhalb der Verwaltung sollen Mittel beispielsweise für Bewirtungen, Beratungen, einen Impulsvortrag und digitale Projekte reduziert werden.
330.447 Euro bleiben ungedeckt
Selbst wenn der Gemeinderat das komplette Sparpaket beschließt, kann die erwartete Verschlechterung des Haushalts damit nicht vollständig ausgeglichen werden.
Von den knapp 1,187 Millionen Euro können nach Berechnung der Verwaltung 856.500 Euro kompensiert werden. Damit bleiben aktuell 330.447 Euro ohne Deckung.
Die Fachgruppe Finanzen und Controlling will die weitere Entwicklung des Haushalts fortlaufend beobachten.
Bild: Symbolbild, KI-generiert

