Franziska Reichenbach hat die Leitung vom Forstrevier in Kenzingen übernommen. Die neue Revierförsterin will den bereits begonnenen Waldumbau fortsetzen und den Stadtwald an längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und zunehmenden Schädlingsbefall anpassen. Sie folgt auf Johannes Kaesler, der 38 Jahre lang für den Kenzinger Stadtwald verantwortlich war.
Ganz neu ist das Revier für Reichenbach nicht. Bereits seit April arbeitet sie an der Seite ihres Vorgängers. Dabei lernte sie neben dem Forstteam auch Bereiche wie den Forlenwald bei Bombach und das Gebiet rund um das Grüselis Loch kennen. Zum 1. Oktober hat sie die Leitung übernommen.
„Wir stehen momentan vor einem großen Transformationsprozess und können den Wald nicht mehr weiter so bewirtschaften wie die letzten Jahrhunderte“, erklärt Reichenbach.
Mehr natürliche Verjüngung im Kenzinger Stadtwald
Den von Kaesler begonnenen Waldumbau will sie weiterführen. Dabei soll nicht jede geschädigte Fläche einfach neu bepflanzt werden. Wo es die Bedingungen ermöglichen, setzt Reichenbach auf die natürliche Verjüngung vom Wald.
Baumarten wie Spitzahorn, Traubeneiche oder Esskastanie könnten dabei künftig eine größere Rolle spielen. Entscheidend sei, welche Arten unter den veränderten klimatischen Bedingungen langfristig mit dem jeweiligen Standort zurechtkommen.
Gleichzeitig sollen Arbeitskräfte und Pflanzgut möglichst effizient eingesetzt werden. „Wir müssen die Ressourcen schonen und effizient einsetzen – sowohl bei den Arbeitskräften als auch beim Pflanzgut“, sagt Reichenbach.
Holznutzung bleibt wichtige Aufgabe
Neben der Anpassung an den Klimawandel bleibt die nachhaltige Holznutzung eine zentrale Aufgabe. Der Stadtwald soll weiterhin Rohstoff liefern, gleichzeitig Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Erholungsraum für die Bevölkerung sein.
Unterstützt wird die neue Revierförsterin dabei vom bestehenden Forstteam. Dessen praktische Erfahrung und Ortskenntnis seien für die kommenden Aufgaben besonders wichtig.
Mit ihrem Amtsantritt endet für Reichenbach zugleich die Probezeit als Beamtin. Sie wurde auf Lebenszeit verbeamtet, befördert und als Stadtforstamtsrätin auf die entsprechende Stelle eingewiesen.
38 Jahre für den Kenzinger Stadtwald
Mit dem Wechsel endet die lange Amtszeit von Johannes Kaesler. 38 Jahre lang war er für den Stadtwald verantwortlich. Bürgermeister Dirk Schwier würdigte den Generationenwechsel: „Wir verabschieden heute nicht einfach nur einen Förster und begrüßen eine neue Revierförsterin. Wir verabschieden einen Menschen, der unseren Stadtwald über Jahrzehnte geprägt hat, und begrüßen eine neue Försterin, die seine Entwicklung künftig mitgestalten wird.“
Mit Franziska Reichenbach soll der eingeschlagene Weg nun fortgesetzt werden. Ziel ist es, den Kenzinger Stadtwald schrittweise an die Bedingungen der kommenden Jahrzehnte anzupassen und dabei seine Funktionen für Natur, Wirtschaft und Erholung zu erhalten.
Bild: Stadt Kenzingen







