BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD

Kriminalstatistik in Neuenburg: Straftaten steigen auf 1.393 Fälle

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für Neuenburg am Rhein weist für 2025 insgesamt 1.393 Straftaten aus. Das zeigt ein Bericht, der am Montag, den 28. September, im Gemeinderat der Zähringerstadt vorgestellt wird und öffentlich bereitgestellt wurde. 1.393 Straftaten – das sind 316 Fälle oder 29,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der starke Anstieg geht allerdings vor allem auf Straftaten nach strafrechtlichen Nebengesetzen zurück. In der Statistik sind auch Fälle von Bundespolizei und Zoll bei Grenzkontrollen sowie Kontrollen auf der Autobahn auf Neuenburger Gemarkung enthalten.

Besonders deutlich wird dieser Effekt beim Blick auf die einzelnen Deliktsgruppen: Die Zahl der Straftaten nach strafrechtlichen Nebengesetzen stieg von 257 auf 647 und damit um 390 Fälle. Ohne Verstöße gegen Aufenthalts- und Asylrecht weist die Statistik für 2025 insgesamt 1.035 Straftaten aus. 2024 waren es 938.

Gleichzeitig erreichte die Aufklärungsquote mit 74,3 Prozent den höchsten Wert der vergangenen sechs Jahre. 2024 hatte sie noch bei 56,5 Prozent gelegen. Insgesamt wurden 1.035 der 1.393 erfassten Straftaten aufgeklärt.

Teilweise gehen die Zahlen in einigen Bereichen zurück

Bei mehreren klassischen Kriminalitätsbereichen gingen die Fallzahlen zurück. Diebstahlsdelikte sanken von 267 auf 211 Fälle. Darunter waren sechs Wohnungseinbrüche. Auch die Straßenkriminalität ging von 155 auf 113 Fälle zurück. Die Polizei registrierte unter anderem zwölf Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen, 23 Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und 19 Fahrraddiebstähle beziehungsweise Fälle unbefugter Ingebrauchnahme. Auffällig ist dagegen die Zahl der Raubdelikte beziehungsweise räuberischen Erpressungen und Angriffe: Sie stieg von null auf sechs Fälle.

Bei den sogenannten Rohheitsdelikten gab es einen leichten Anstieg von 110 auf 117 Fälle. Darunter waren 67 Körperverletzungsdelikte und 44 Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gingen von 22 auf 20 Fälle zurück. Die Statistik nennt für 2025 unter anderem acht Fälle von Verbreitung pornografischer Inhalte, fünf Fälle im Bereich Kinderpornografie und acht Fälle von sexuellem Missbrauch. Fälle von Vergewaltigung beziehungsweise sexueller Nötigung weist diese Auswertung für 2025 nicht aus.

Weiter rückläufig war die Rauschgiftkriminalität nach dem Betäubungsmittelgesetz. Nach 140 Fällen im Jahr 2021 waren es 2024 noch 77 und 2025 insgesamt 65 Fälle. Drei davon entfielen auf Handel oder Schmuggel.

Insgesamt führt die Statistik 1.012 Tatverdächtige auf. Die Zahl ist stark von den zusätzlich erfassten Delikten im Zusammenhang mit Aufenthalts- und Asylrecht geprägt. Bei der Jugendkriminalität ohne ausländerrechtliche Straftaten sank der Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen von 18,3 Prozent im Jahr 2024 auf 14,82 Prozent im Jahr 2025.

Die Polizei weist darauf hin, dass die Kriminalstatistik kein vollständiges Bild der tatsächlichen Kriminalität liefert. Erfasst werden nur bekannt gewordene Straftaten. Veränderungen können deshalb unter anderem durch das Anzeigeverhalten, verstärkte Kontrollen, Änderungen im Strafrecht oder die statistische Erfassung entstehen. Verkehrsdelikte, Ordnungswidrigkeiten und politisch motivierte Kriminalität sind nicht Bestandteil der PKS.

Der Gemeinderat soll die Kriminalstatistik 2025 in seiner Sitzung zur Kenntnis nehmen.

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