Die Winzer am Tüllinger erwarten in diesem Jahr eine qualitativ sehr gute Weinlese, müssen aber mit deutlich weniger Ertrag auskommen. Bei einer Rebbegehung der Stadt Weil am Rhein in Ötlingen berichteten die Weinbauern von einem Rückgang um etwa ein Viertel gegenüber dem vergangenen Jahr. Gleichzeitig bereiten ihnen mehrere invasive Schädlinge Sorgen.
Die Trauben seien in diesem Jahr schnell gereift. Winzer Dieter Rösch berichtete, dass die hohen Oechslegrade eine frühe Lese notwendig gemacht hätten. Der Oechslegrad gibt vereinfacht an, wie reif und zuckerhaltig die Trauben beziehungsweise der daraus gewonnene Most sind.
Bei der Rebbegehung informierten sich Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, Bürgermeister Lorenz Wehrle sowie Mitglieder vom Ortschafts- und Gemeinderat über die aktuelle Situation im Weinbau.
Invasive Arten beschäftigen die Winzer
Zu den Problemen zählen nach Angaben der Winzer insbesondere der Japankäfer, die Asiatische Hornisse und die Amerikanische Rebzikade. Bei der Rebzikade weite sich das Befallsgebiet im Landkreis Lörrach aus. Verwilderte oder nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Grundstücke könnten zu ihrer Verbreitung beitragen.
Andere Probleme spielten in diesem Sommer dagegen eine geringere Rolle. Nach Angaben von Rösch sorgte die extreme Hitze dafür, dass die Essigfruchtfliege kaum zum Thema wurde. Auch Pilzbefall durch nass-feuchtes Wetter habe den Reben nicht zugesetzt.
Trotz des um rund 25 Prozent geringeren Ertrags fällt die Einschätzung der Qualität positiv aus. Bei der traditionellen Rebbegehung bezeichneten die Beteiligten den aktuellen Jahrgang am Tüllinger als qualitativ „erste Sahne“.
Bild: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr







