(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Landgericht Freiburg
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Am Landgericht Freiburg ist die Zahl der Verfahren vor den Großen Strafkammern deutlich gestiegen. Deshalb soll zum Jahreswechsel eine zusätzliche Strafkammer eingerichtet werden. Gleichzeitig arbeitet das Gericht inzwischen an fünf Standorten und setzt zunehmend digitale sowie KI-gestützte Anwendungen ein.

Bei seinem Jahrespressegespräch berichtete das Landgericht über die Entwicklung der vergangenen Jahre. Als mögliche Gründe für den Anstieg bei den Strafverfahren nannte Gerichtspräsidentin Astrid Baumann eine veränderte Anklagepraxis der Staatsanwaltschaft sowie deren personelle Verstärkung, der bislang keine entsprechende Verstärkung bei den Gerichten gegenüberstehe. Für die zusätzliche Strafkammer soll deshalb zunächst eine Vorsitzendenstelle aus dem Zivilbereich verlagert werden.

Bei den Zivilverfahren bleiben die Zahlen dagegen auf einem hohen, aber weitgehend stabilen Niveau. Zuletzt gingen jährlich rund 2.700 Verfahren ein. Gleichzeitig sei der Bestand an offenen Akten kontinuierlich gesunken. 56,1 Prozent der Verfahren endeten nach Angaben vom Gericht mit einem Vergleich. Im laufenden Jahr seien die erstinstanzlichen Eingangszahlen aufgrund der Anhebung vom Streitwert auf 10.000 Euro leicht zurückgegangen.

Auch räumlich befindet sich das Landgericht im Umbruch. Das historische Gerichtsgebäude in der Salzstraße 17 steht seit Ende 2025 leer und wird saniert. Als Gründe nennt das Gericht unter anderem Sicherheitsprobleme, unzureichenden Brandschutz und weitere bauliche Mängel. Im Innenhof soll außerdem ein großer Sitzungssaal für umfangreiche Strafprozesse entstehen.

Seit Dezember 2025 ist das Gericht auf fünf Standorte verteilt. Im zentralen Prozessgebäude an der Heinrich-von-Stephan-Straße stehen drei Sitzungssäle für die Großen Strafkammern zur Verfügung. Vier neue Säle für Zivilverhandlungen wurden im Gebäude vom Oberlandesgericht in der Salzstraße 28 eingerichtet. Die gesamte Sanierung soll bis Anfang 2032 dauern.

Unterdessen ist die elektronische Akte in allen Fachbereichen eingeführt. In Zivilsachen arbeitet das Landgericht bereits vollständig elektronisch. Richter können zudem mehrere KI-gestützte Anwendungen für Recherche, Anonymisierung und Textstrukturierung einsetzen. Die Entscheidung selbst bleibe nach Angaben der Gerichtspräsidentin ausschließlich beim Menschen.

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