Der Sommer 2026 stellt in Baden-Württemberg den legendären Jahrhundertsommer 2003 in den Schatten. Mit durchschnittlich 21,1 Grad war es nach vorläufigen Berechnungen vom Deutschen Wetterdienst so warm wie in keinem Sommer seit Beginn der flächendeckenden Messungen 1881. Gleichzeitig gehörten die vergangenen drei Monate zu den trockensten und sonnigsten Sommern seit Beginn der jeweiligen Messreihen.

Besonders außergewöhnlich war die Häufigkeit der Hitze. Im Landesmittel gab es erstmals rund 35 Tage mit mindestens 30 Grad. Am Hoch- und Oberrhein waren es örtlich sogar mehr als 50. Dazu kamen im Landesmittel etwa zehn Tage mit mindestens 35 Grad. In Rheinfelden wurden davon sogar 24 registriert.

Damit übertrifft 2026 den bisherigen Ausnahmesommer 2003 auch bei der Zahl der heißen Tage. Damals wurden im Landesmittel rund 27 Tage mit mindestens 30 Grad erreicht.

2026 schlägt 2003 in Baden-Württemberg

Der Sommer 2003 galt mehr als zwei Jahrzehnte als Maßstab für extreme Hitze. Deutschlandweit hält er diesen Rekord nach vorläufigem Stand sogar knapp: Damals lag die Durchschnittstemperatur von Juni bis August bei 19,7 Grad. Für 2026 erwartet der Deutsche Wetterdienst 19,6 Grad.

In Baden-Württemberg sieht es anders aus. Hier erreicht 2026 mit 21,1 Grad einen neuen Höchststand. Schon der Juni war der zweitwärmste und der Juli der drittwärmste seit 1881.

Auch bei den Spitzenwerten fällt der Vergleich deutlich aus. Im Sommer 2003 wurden in Karlsruhe und Freiburg jeweils 40,2 Grad gemessen. Am 27. Juni 2026 erreichte Waghäusel-Kirrlach 41,4 Grad und stellte damit einen neuen Hitzerekord für Baden-Württemberg auf.

Nur etwa die Hälfte vom üblichen Regen

Neben der Hitze prägte eine außergewöhnliche Trockenheit den Sommer. Landesweit fielen nur rund 153 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht etwa 52 Prozent vom langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990.

Damit gehört 2026 zu den fünf trockensten Sommern in Baden-Württemberg seit 1881. Besonders betroffen war der Oberrhein. Am nördlichen Oberrhein kamen stellenweise während des gesamten Sommers nur etwa 70 Liter pro Quadratmeter zusammen.

Auch der Jahrhundertsommer 2003 war von extremer Trockenheit geprägt. Damals erreichten Flüsse und der Bodensee historische Tiefstände. Der Deutsche Wetterdienst berichtete für das Gesamtjahr 2003 vor allem im Süden und Südwesten von außergewöhnlichem Wassermangel.

Fast 900 Stunden Sonne

Außergewöhnlich war 2026 auch die Sonnenscheindauer. Rund 866 Stunden Sonne bedeuten für Baden-Württemberg den zweithöchsten Sommerwert seit Beginn dieser Messreihe im Jahr 1951. Das sind 36 Prozent mehr als im langjährigen Mittel.

Deutschlandweit kamen voraussichtlich rund 779 Sonnenstunden zusammen. Damit gehört 2026 auch bundesweit zu den fünf sonnigsten Sommern seit 1951.

Historische Hitze besonders im Südwesten

Der Südwesten war 2026 innerhalb Deutschlands besonders stark von der Hitze betroffen. Während Juli und August im Norden weniger extrem verliefen, hielt die außergewöhnliche Wärme im Süden und Südwesten über längere Zeit an.

Deutschlandweit wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad registriert. Etwa fünf Tage erreichten mindestens 35 Grad. Den neuen vorläufigen Deutschlandrekord stellte Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt am 27. Juni mit 41,8 Grad auf.

Auch nachts erreichte die Hitze einen neuen Extremwert: In Kubschütz in Sachsen fiel die Temperatur in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni nicht unter 29,4 Grad. Laut DWD war das die höchste jemals in Deutschland gemessene nächtliche Tiefsttemperatur.

Alle Angaben für den Sommer 2026 sind vorläufig. Nachlieferungen und Qualitätsprüfungen können die Werte noch verändern.

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