(Symbolbild, wenn nachfolgend ohne Bildquelle unter Text) / Quelle der Infos: Universität Freiburg

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Künstliche Intelligenz (KI) kann in emotionalen Gesprächen ein starkes Gefühl von Nähe erzeugen – unter bestimmten Bedingungen sogar stärker als menschliche Gesprächspartner. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Heidelberg, die jetzt in der Fachzeitschrift Communications Psychology veröffentlicht wurde.

In zwei Online-Studien führten insgesamt 492 Teilnehmende persönliche Chatgespräche zu Themen wie Freundschaften oder prägenden Lebenserfahrungen. Die Antworten stammten entweder von einem Menschen oder von einem KI-basierten Sprachmodell. Nach Angaben der Forschenden empfanden die Teilnehmenden ein vergleichbares Maß an emotionaler Nähe, solange sie nicht wussten, ob sie mit einem Menschen oder einer KI kommunizierten.

Besonders auffällig war der Effekt in emotionalen Gesprächen: Hier berichteten Teilnehmende teilweise sogar von größerer Nähe zur KI als zu menschlichen Gesprächspartnern. Laut Studie lag das unter anderem daran, dass die KI in ihren Antworten mehr persönliche Informationen preisgab und damit schneller Offenheit erzeugte.

Wurden die Teilnehmenden hingegen vorab darüber informiert, dass sie mit einer KI kommunizieren, sank das empfundene Nähegefühl deutlich. Gleichzeitig investierten sie weniger Mühe in ihre eigenen Antworten, so das Forschungsteam.

Die Forschenden sehen in den Ergebnissen Chancen für den Einsatz von KI etwa in Beratung, Bildung, Pflege oder psychologischer Unterstützung. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass klare ethische und regulatorische Leitlinien notwendig sind, da Menschen emotionale Bindungen zu KI aufbauen können, ohne sich dessen bewusst zu sein.

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