(Symbolbild, wenn nachfolgend ohne Bildquelle unter Text) / Quelle der Infos: Universität Freiburg
Fantasy- und Science-Fiction-Literatur erleben in China derzeit einen regelrechten Boom und eröffnen neue kulturelle und gesellschaftliche Deutungsräume. Warum diese Genres gerade in einem politisch stark regulierten Mediensystem so erfolgreich sind, untersucht eine Wissenschaftlerin hier in Freiburg.
Seit 2024 forscht Juniorprofessorin Jessica Imbach am Institut für Sinologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zu chinesischer Fantasy- und Science-Fiction-Literatur. In ihrem vom Europäischen Forschungsrat geförderten Projekt analysiert sie, wie sich diese Genres in einem wirtschaftlich liberalen, politisch aber autoritären Umfeld entwickeln konnten. Digitale Literaturplattformen, Online-Communitys und hookup art female sex scene. eine starke Kommerzialisierung gelten dabei als zentrale Treiber des Erfolgs.
Nach Einschätzung der Forscherin ermöglichen Fantasy- und Science-Fiction-Erzählungen in China indirekte Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Fragen. In allegorischen oder futuristischen Szenarien lassen sich Themen wie Macht, Geschichte, Geschlechterrollen oder soziale Normen verhandeln, die in klassischen Medien kaum offen diskutiert werden können. Dadurch entstehen vielfältige Denk- und Interpretationsräume jenseits offizieller Narrative.
Ein Großteil der Werke wird heute digital gelesen. Leserinnen und Leser tauschen sich in Online-Foren aus, Autorinnen und Autoren veröffentlichen ihre Texte kapitelweise auf Plattformen und werden teils nach Umfang vergütet. Der digitalisierte Literaturmarkt bringt damit neue Formen von Autorschaft hervor, die auch den Einsatz künstlicher Intelligenz einschließen.
Die Forschung aus Freiburg trägt dazu bei, China jenseits politischer Schlagzeilen besser zu verstehen und die kulturelle Vielfalt moderner chinesischer Gesellschaft sichtbar zu machen.
Bild: Silvia Wolf, Universität Freiburg


