(Symbolbild, wenn nachfolgend ohne Bildquelle unter Text) / Quelle der Infos: BreisgauLIVE vor Ort, VAG Freiburg

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Eine neue Straßenbahn auf historischen Gleisen markiert den emotionalen Auftakt zu 125 Jahre Straßenbahn in Freiburg. Mit einer Sonderfahrt nach Günterstal ist das Jubiläumsjahr heute offiziell gestartet – bewusst dort, wo vor mehr als einem Jahrhundert alles begann.

Am 14. Oktober 1901 nahm die erste elektrische Straßenbahn ihren Betrieb zwischen dem damaligen Rennweg und Günterstal auf. Genau auf einem Teil dieser ursprünglichen Strecke fuhr nun eine moderne Stadtbahn vom Europaplatz bis zum Klosterplatz. Eingesetzt wurde die Bahn mit der Nummer 325 vom Typ Urbos 100, die speziell im Jubiläumsdesign beklebt wurde.

Ein einmaliges Erlebnis, denn dieser Fahrzeugtyp wird diese Strecke erstmal nicht so schnell wieder befahren. Besonders war dabei nicht nur die Symbolik, sondern auch die Technik. Mit 42 Metern Länge verkehren diese Fahrzeuge normalerweise nicht auf der Günterstaler Strecke, da die Haltestellen zu kurz sind. Für den Jubiläumsauftakt machte die Betriebsleitung laut Freiburger Verkehrs-AG eine seltene Ausnahme.

Am Europaplatz wurde die Jubiläumsbahn offiziell getauft. Oberbürgermeister Martin Horn und die VAG-Vorstände stellten dabei auch das Programm für das Jubiläumsjahr vor. Nach Einschätzung der Stadtspitze habe Freiburg früh auf den Erhalt und Ausbau der Straßenbahn gesetzt, während viele andere Städte in den 1960er- und 1970er-Jahren ihre Netze stilllegten. Diese Entscheidung wirke bis heute positiv auf Mobilität, Umwelt und Stadtentwicklung.

Auch technisch hat sich der Stadtbahnverkehr stark verändert. Nach Angaben der VAG sind die heutigen Fahrzeuge leiser, komfortabler, barrierefrei und deutlich länger als die ersten Wagen, die wegen ihrer Holzkonstruktion den Spitznamen Hobel trugen. Der Begriff hat sich bis heute im Freiburger Sprachgebrauch gehalten.

Das Netz selbst ist seit 1901 massiv gewachsen. Von ursprünglich rund neun Kilometern Streckenlänge umfasst es heute mehr als 40 Kilometer und verbindet fünf Linien mit 20 der 28 Stadtteile. Damit gehört die Straßenbahn zu den tragenden Säulen des öffentlichen Nahverkehrs in Freiburg.

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres pendelte zusätzlich der historische Triebwagen 56 aus dem Jahr 1927 zwischen Europa- und Klosterplatz. In Günterstal organisierte der Ortsverein einen Umtrunk für die Gäste der Sonderfahrt. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart war dabei bewusst gewählt.

Über das gesamte Jahr verteilt sind zahlreiche Aktionen geplant. Dazu zählen Sonderfahrten mit historischen Fahrzeugen, Führungen auf dem Betriebshof der VAG auf der Haid, Überraschungsaktionen im Linienbetrieb sowie ein großes Straßenbahnfest Ende September auf dem historischen Betriebshof in der Urachstraße, organisiert von den Freunden der Freiburger Straßenbahn.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Nach Angaben der VAG wird aktuell intensiv zur Rolle der damaligen Verkehrsbetriebe in der NS-Zeit recherchiert, die Ergebnisse sollen im Sommer vorgestellt werden.

Fun Facts aus 125 Jahren zeigen, wie eng Stadt und Straßenbahn miteinander verbunden sind: Stromversorgung und Tram wurden gemeinsam beschlossen, Linienfarben helfen seit über 100 Jahren bei der Orientierung, und Freiburg besitzt einen deutschlandweit einzigartig hohen Anteil an Rasengleisen. Selbst während des Zweiten Weltkriegs kam der Betrieb nur für wenige Wochen vollständig zum Erliegen.

Das Jubiläumsjahr soll zeigen, wie historische Infrastruktur und moderne Mobilität in Freiburg zusammengewachsen sind – und warum die Straßenbahn auch nach 125 Jahren fester Bestandteil des Stadtbildes bleibt.

Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort

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