(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: BreisgauLIVE vor Ort
Klarer Schlagabtausch, große Unterschiede und teils emotionale Reaktionen: Die Kandidatenvorstellung zur OB-Wahl hat im Freiburger Konzerthaus die zentralen Konfliktlinien vom Wahlkampf sichtbar gemacht.
Am Mittwochabend, 15. April 2026, stellten sich acht Bewerberinnen und Bewerber den Bürgerinnen und Bürgern vor. Im Mittelpunkt standen vor allem die Themen Wohnen, Verkehr, Klimaschutz und die angespannte Haushaltslage der Stadt.
Amtsinhaber Martin Horn setzte auf Kontinuität und verwies auf bereits umgesetzte Projekte wie Wohnungsbauprogramme, Schulneubauten und Investitionen in den Radverkehr. Er betonte, bezahlbares Wohnen bleibe Chefsache und kündigte an, den eingeschlagenen Kurs gemeinsam mit dem Gemeinderat fortzusetzen. Zum Video.
Seine Herausforderin Monika Stein stellte soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Sie forderte eine konsequentere Umsetzung von Quoten für sozialen Wohnraum, ein eigenes Dezernat für bezahlbares Wohnen und mehr Investitionen in Bildung. Gleichzeitig kündigte sie stärkere Maßnahmen für Klimaanpassung und eine grünere Infrastruktur an. Zum Video.
Achim Wiehle kritisierte die Stadt als zu träge bei Anträgen und forderte einen „Bauturbo“ sowie mehr Unterstützung für Wirtschaft und Ehrenamt. Sicherheit, Ordnung und eine effizientere Verwaltung standen bei ihm im Fokus. Zum Video.
Florian Braune setzte ebenfalls auf schnellere Verwaltungsprozesse, mehr Wohnungsbau und individuelle Mobilitätsfreiheit, bei der das Auto gleichberechtigt bleiben soll. Zum Video.
Dejan Mihajlović brachte vor allem neue Ansätze in der Stadtentwicklung ein. Er plädierte für mehr öffentliche Räume – analog und digital – sowie eine Politik, die sich konsequent an Gerechtigkeit und Gemeinwohl orientiert. Zum Video.
Deutlich kontrovers verlief der Auftritt von Karl Schwarz. Mit scharfer Kritik an der Stadtpolitik, Forderungen nach einem Kurswechsel in der Migrations- und Energiepolitik sowie provokanten Aussagen löste er wiederholt Buhrufe im Publikum aus. Einige Besucher verließen zeitweise den Saal. Zum Video.
Satirische Beiträge kamen von Martin Borgmann und Claudio Probst. Borgmann nahm den Wahlkampf humorvoll aufs Korn und stellte bewusst überspitzte Forderungen auf. Er will das Meer nach Freiburg holen und aus der Stadt „Fjordburg“ machen. Zum Video. Probst setzte ebenfalls auf provokante und ironische Vorschläge, die im Saal für zahlreiche Lacher sorgten. Zum Beispiel mit dem Vorschlag, Bier durch die Bächle laufen zu lassen. Zum Video.
Der Kandidat Wim Kölker hat im Vorfeld der Veranstaltung abgesagt, da er über kein Wahlprogramm verfüge und nur Satire verfolgt.
In den Fragerunden zeigte sich, dass vor allem die Finanzierung künftiger Projekte, steigende Mieten und Klimaziele die größten Herausforderungen bleiben. Konkrete Antworten zur Umsetzung angesichts leerer Kassen blieben dabei vielfach offen oder unterschiedlich gewichtet.
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Vorstellungen davon, wie sich Freiburg entwickeln soll, gehen weit auseinander. Die Entscheidung darüber fällt bei der Oberbürgermeisterwahl am 26. April – und eventuell bei einer Stichwahl am 17. Mai.
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort





