(Symbolbild, wenn nachfolgend ohne Bildquelle unter Text) / Quelle der Infos: Stadt Freiburg
Immer mehr Menschen in Freiburg sind auf rechtliche Betreuung angewiesen, gleichzeitig wird der Kreis der Berufsbetreuer und Berufsbetreuerinnen kleiner. Die Stadt Freiburg reagiert darauf und sucht dringend neue Fachkräfte, die Menschen unterstützen, ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können.
Im zweiten Schritt wird deutlich, wie groß der Bedarf bereits ist. Laut städtischer Betreuungsbehörde werden im Stadtgebiet rund 3.200 volljährige Menschen rechtlich betreut. Fast zwei Drittel dieser Betreuungen werden beruflich geführt, ein Großteil davon durch selbständige Berufsbetreuer*innen mit Wohn- oder Geschäftssitz in Freiburg. Aktuell sind das rund 90 Personen.
Ein zentrales Problem ist die Altersstruktur. Viele der Berufsbetreuer*innen arbeiten bereits seit Jahrzehnten in diesem Bereich und übernehmen einen Großteil der Fälle. Vor allem Vollzeitkräfte über 60 Jahre stemmen laut Stadt mehrere hundert Betreuungen. Gleichzeitig steigt der Bedarf weiter an – unter anderem durch den demografischen Wandel, aber auch durch komplexere Krankheitsbilder und soziale Problemlagen.
Rechtliche Berufsbetreuer*innen kümmern sich um Angelegenheiten wie Behördenpost, Anträge, Verträge oder finanzielle Fragen. Die Tätigkeit richtet sich an psychisch erkrankte Menschen sowie an Personen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen. Ehrenamtliche und Angehörige leisten dabei wichtige Unterstützung, stoßen bei schwierigen Fällen jedoch häufig an ihre Grenzen. Diese übernehmen in der Regel speziell qualifizierte Berufsbetreuer*innen.
Nach Angaben der Stadt handelt es sich um einen vielseitigen und gesellschaftlich relevanten Beruf mit hoher Eigenverantwortung. Der Arbeitsalltag ist flexibel gestaltbar, gleichzeitig erfordert die Tätigkeit rechtliches Fachwissen, kommunikative Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen. Geeignete Voraussetzungen bringen insbesondere Sozialarbeiterinnen und Juristinnen mit, Quereinsteiger*innen sind jedoch ebenfalls willkommen. Notwendige Sachkunde kann über Fortbildungen erworben werden.
Um den Einstieg zu erleichtern, bietet die städtische Betreuungsbehörde kostenlose Beratungsgespräche an. Zudem gibt es regelmäßige Mentoring-Angebote, bei denen sich Berufsbetreuer*innen austauschen und vernetzen können. Ziel ist es, langfristig eine verlässliche Betreuung für betroffene Menschen in der Stadt sicherzustellen.
Rechtliche Betreuung ist dabei klar abgegrenzt von pflegerischer oder gesundheitlicher Versorgung und besteht seit 1992 als eigenständige Aufgabe für volljährige Personen.





