(Symbolbild, wenn nachfolgend ohne Bildquelle unter Text) / Quelle der Infos: Innenministerium Baden-Württemberg
Extrem junge Täter, schnelle Radikalisierung und eine hohe Gewaltbereitschaft – eine neue Studie aus Baden-Württemberg liefert erstmals detaillierte Einblicke in die sogenannte Terrorgramszene. Dabei handelt es sich um ein rechtsextremistisches, digital organisiertes Netzwerk, das vor allem über den Messenger-Dienst Telegram Jugendliche radikalisiert und Gewalt verherrlicht.
Nach Angaben des Innenministeriums Baden-Württemberg wurde die weltweit erste kriminologische Auswertung dieser Szene vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg gemeinsam mit den Generalstaatsanwaltschaften Stuttgart und München erstellt. Untersucht wurden Ermittlungsakten zu 37 Personen, die zwischen 2020 und 2025 sicherheitsbehördlich in Erscheinung getreten sind.
Die Ergebnisse zeigen laut Ministerium, dass die Szene sehr jung ist. Das Durchschnittsalter der untersuchten Personen liegt bei etwas über 16 Jahren. In rund der Hälfte der Fälle verlief die Radikalisierung innerhalb von weniger als zwölf Monaten. Die Gewaltbereitschaft wird als sehr hoch eingeschätzt, da die meisten Betroffenen bereits konkrete Vorbereitungshandlungen wie Waffenbeschaffung oder detaillierte Tatplanungen vorgenommen hatten.
Auffällig ist zudem, dass ein Großteil der untersuchten Personen psychische Erkrankungen oder deutliche Auffälligkeiten aufwies. Auch soziale Isolation und familiäre Vernachlässigung spielten laut Studie häufig eine Rolle. Die meisten Fälle wurden nicht durch Hinweise aus dem Umfeld, sondern durch die Sicherheitsbehörden selbst entdeckt, was aus Sicht des Innenministeriums die Wirksamkeit der bestehenden Überwachungs- und Analysearbeit belegt.
Auf Grundlage der Studie sollen nun weitere Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung und Ausstiegsarbeit entwickelt werden. Ziel ist es, Radikalisierungsprozesse früher zu erkennen und potenzielle Gewalttaten zu verhindern.


